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Lungengesundheit: Raucherhusten kann schwerwiegende Folgen haben

Lungengesundheit

Raucherhusten kann schwerwiegende Folgen haben

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    Raucherhusten kann gefährlich werden. Er entwickelt sich häufig zu einer chronisch obstruktiven Atemwegserkrankung (COPD).
    Raucherhusten kann gefährlich werden. Er entwickelt sich häufig zu einer chronisch obstruktiven Atemwegserkrankung (COPD). Foto: Franziska Koark (dpa) /Symbolbild

    Mit einem Satz kann man erklären, warum viele Raucher permanent husten: Die Müllabfuhr streikt. Denn normalerweise transportieren Flimmerhärchen in den Atemwegen alles, was nicht in die Lunge soll, gleich wieder heraus. Doch nach nur einer Zigarette stellen die Härchen sieben Stunden lang ihren Dienst ein, erklärt Michael Barczok, Lungenarzt und Pressesprecher des Bundesverbandes der Pneumologen (BdP). "Das Sekret sammelt sich bei Rauchern an und muss dann Stück für Stück wieder heraufgehustet werden." Einfach hinnehmen sollten Raucher diesen Nebeneffekt aber nicht: "Einmal im Jahr muss die Lunge kontrolliert werden", empfiehlt der Facharzt.

    Raucherhusten kann Atemwegserkrankung COPD nach sich ziehen

    Aus dem, was im Volksmund gern als Raucherhusten bezeichnet wird, entwickelt sich häufig eine chronische obstruktive Atemwegserkrankung, die kurz COPD genannt wird. "Die Lunge wird durch das Rauchen ständig überlastet und wehrt sich mit Entzündungen", erklärt Andreas Hellmann, Vorsitzender des BdP. Irgendwann beginnen die Eiweiße, die eigentlich Bakterien fressen sollen, das Gewebe zu zerstören - "die Lunge verdaut sich gewissermaßen selbst." 

    Das Tückische daran: Die Betroffenen bekommen es häufig erst mit, wenn es schon zu spät ist. Hellmann sagt, ihm sei schon ein Patient begegnet, bei dem 60 Prozent des Lungenvolumens kaputt waren, bevor er das erste Mal zum Arzt kam. "Die Leute reden sich ein, sie seien einfach nicht mehr so fit. Der Gedanke, dass sie ihre Lunge zerstört haben könnten, kommt ihnen gar nicht."

    Regelmäßig zum Lungencheck bei Raucherhusten

    Hat die Selbstzerstörung der Lunge begonnen, lässt sich der Prozess nicht mehr umkehren - höchstens verlangsamen. Bei einem regelmäßigen Lungencheck kann der Pneumologe die Anzeichen früh erkennen und mit Medikamenten gegensteuern. "Vor allem wird der Arzt dann aber noch mal ausführlich mit dem Patienten über das Rauchen sprechen", sagt Barczok. dpa/AZ

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    Eine kleine Geschichte des Tabakkonsums

    Die Kulturgeschichte des Tabaks geht Jahrhunderte zurück. Schon lange bevor Christoph Kolumbus nach Amerika kam, verwendeten verschiedene Indianer-Kulturen dort Tabak und andere Pflanzen als Heilmittel und für rituelle Handlungen.

    Von dort gelangte der Tabak zunächst nach Spanien und Portugal, Mitte des 16. Jahrhunderts dann auch nach Paris.

    1573 wird Tabakanbau in Deutschland erstmals urkundlich erwähnt, im Pfarrgarten einer Gemeinde bei Speyer.

    Bis ins 18. Jahrhundert hinein wird Tabak vorwiegend geschnupft.

    Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) verbreitet sich das Rauchen in Deutschland.

    1761 veröffentlicht ein britischer Mediziner eine erste Studie über den Zusammenhang von Schnupftabak und Nasenkrebs.

    Ab 1855 kurbeln die ersten Zigarettenmaschinen und die Erfindung des Streichholzes den Konsum an.

    1904 organisieren sich die ersten Tabak-Gegner, zum Beispiel im "Verband zum Schutze für Nichtraucher".

    Ab 1945 fangen immer mehr Frauen mit dem Rauchen an.

    In den 1950er Jahren kommen Zigaretten mit Filter auf den Markt. Die Werbung preist sie als weniger gesundheitsschädlich an.

    1964 belegt eine US-Studie, dass Rauchen Lungenkrebs verursacht.

    In den 1970er Jahren entstehen die ersten "Light"-Zigaretten. Die Hersteller vermarkten sie als weniger schädlich.

    1974 wird Tabakwerbung hierzulande in Rundfunk und Fernsehen verboten.

    1981 werden die ersten Zigarettenpackungen mit Warnhinweisen bedruckt: "Der Bundesgesundheitsminister: Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit." (Quelle: dpa)

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