Günstig ist nicht gleich gut. Das haben Reporter in einem Bericht des NDR herausgefunden. Für das Verbraucher- und Wirtschaftsmagazin "Markt" haben Wissenschaftler günstigen Lachs aus Supermärkten und Discountern untersucht. Das schockierende Ergebnis: Räucherlachs ist häufig schwer keimbelastet und fast verdorben.
Dem Bericht zufolge haben Mikrobiologen den Verdacht, dass viele Räucherlachs-Angebote aus dem Supermarktregal eigentlich nicht mehr zum Verzehr geeignet sind. Aus Sicht der Experten dürften sie daher nicht mehr verkauft werden.
Supermärkte und Discounter: Räucherlachs ist oft fast verdorben
Sachverständige des KIN Lebensmittelinstituts in Neumünster nahmen nach Schilderung des Magazins Stichproben aus sieben Supermärkten und Discountern unter die Lupe. Schon bei der sensorischen Prüfung fielen einige Räucherlachsproben unter anderem wegen unangenehmer Gerüche durch.
Rächerlachs fiel wegen unangenehmen Geruch auf
Bei der mikrobiologischen Untersuchung lagen neun von zehn getesteten Proben über dem Richtwert für Keimbelastung. Drei Räucherlachse überschritten diesen sogar um das 300-fache. Lediglich an einem Wildlachs hatten die Wissenschaftler nichts zu beanstanden. Eine hohe Keimbelastung bei leicht verderblichen Lebensmitteln kann nach Aussagen von Medizinern zu Erbrechen und Übelkeit führen - typischen Merkmalen einer Lebensmittelvergiftung. Untersucht wurden Produkte von Aldi, Edeka, Lidl, Netto, Penny, Rewe und Sky.
Schon im November wurde vor Räucherlachs des Discounters Netto gewarnt: Damals bestand der Verdacht, dass der Fisch mit dem gesundheitsgefährdenden Listerien verseucht sein könnte. dpa