Startseite
Icon Pfeil nach unten
Geld & Leben
Icon Pfeil nach unten

"Rosat": Trifft ein deutscher Satellit die Erde?

"Rosat"

Trifft ein deutscher Satellit die Erde?

  • |
  • |
  • |
    Die Zeichnung stellt den deutschen Röntgensatelliten «Rosat» dar, der im Juni 1990 auf eine Erdumlaufbahn geschossen wurde.
    Die Zeichnung stellt den deutschen Röntgensatelliten «Rosat» dar, der im Juni 1990 auf eine Erdumlaufbahn geschossen wurde. Foto: (Bild: Max Planck Institut) dpa

    Noch 2011 wird der tonnenschwere Satellit mit dem Namen "Rosat" aus dem Weltraum abstürzen. Offen ist nur, ob das 2,4 Tonnen schwere Gerät in der Atmosphäre komplett verglühen wird oder ob Trümmer auf die Erde fallen werden. Andreas Schütz, Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln und Oberpfaffenhofen, sowie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichteten von "Rosats" Risiko. Deutschland würde weltweit für Schäden haften, die durch den Absturz entstehen.

    Der Satellit war im Juni 1990 auf eine Umlaufbahn in 550 Kilometern Höhe geschossen worden. Er hat  Satellit mit zwei Teleskopen die in den 1960er Jahren aufgekommene Röntgenastronomie revolutioniert. Das Gerät lieferte vor 22 Jahren das erste Röntgenbild vom Mond, es schickte Aufnahmen der Andromeda-Galaxie und fing erstmals Röntgenstrahlen von Kometen ein. Außerdem hat der Satellit mehr als 200 Überreste von Supernova-Explosionen entdeckt. In mehreren tausend wissenschaftlichen Artikeln wurden seine Daten als Grundlage verwendet.

    Der Absturz wird zwischen Oktober und Dezember 2011 erwartet. Schon seit Jahren ist "Rosat" im langsamen Sinkflug. Noch befindet er sich auf einer Umlaufbahn in 500 Kilometern Höhe. Von Oberpfaffenhofen aus beobachten die DLR-Wissenschaftler den Satellit und versuchen die Flugbahn zu berechnen. Doch Sonnenwinde und die Reste der Erdatmosphäre machten eine exakte Berechnung zum heutigen Zeitpunkt unmöglich, erklärte Schütz.

    Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Satellit abstürzt. "Jedes Jahr fallen mehrere Tonnen Weltraumschrott zur Erde herunter", sagte Schütz der dpa. Ein Teil davon erreiche auch die Erdoberfläche, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Trümmer bewohntes Gebiet treffen, sei äußerst gering. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wird "Rosat" durch die entstehende Reibung mehr als 1000 Grad Celsius heiß werden. "Ob Teile des Satelliten das überleben, hängt von der Eintrittsgeschwindigkeit und dem Eintrittswinkel ab", sagte Schütz.

    Die beiden Bauteile der beiden Teleskope überstehen die Prozedur noch am ehesten. Denn sie bestehen aus Glas und Keramik und sind daher besonders hitzebeständig. Die Wissenschaftler würden den Bauplan von "Rosat" und die Eigenschaften der Materialien in ihre aktuellen Simulationen des Wiedereintritts einbeziehen, erklärte Schütz am Sonntag. Je näher der Absturz rückt, umso genauer seien die Vorhersagen.

    Das Raumfahrtzentrum selbst hat nicht viele Möglichkeiten, um den Satelliten zu beeinflussen. Eine gezielte Zerstörung steht nicht zur Debatte. Denn bei einem Abschuss könnten Trümmer andere Satelliten beschädigen. Und "Rosat" ist nicht steuerbar. dpa

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden