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Studie
30.06.2017

Eltern unterschätzen Zuckergehalt in Lebensmitteln - und fördern Übergewicht

Viele Eltern unterschätzen den Zuckergehalt von Lebensmitteln - zum Nachteil ihrer Kinder.
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa (Symbolbild)

Das Max-Planck-Institut führt mit einer aktuellen Studie vor Augen, wie fehlgeleitet die Sicht auf Zucker in Lebensmitteln ist. Dazu wurden Eltern befragt und Kinder gemessen.

Wie viel Zucker steckt eigentlich in einem Becher Joghurt? Oder einem Müsliriegel? Diesen und ähnlichen Fragen mussten sich Eltern im Max-Planck-Institut in Berlin stellen. Im Rahmen einer Studie testeten Forscher die Gesundheitskompetenzen von Eltern zum Zuckerkonsum ihrer Kinder. Die Studie fand in Kooperation mit der Universität Mannheim statt. Die Ergebnisse wurden auf dem ersten Deutschen Zuckerreduktionsgipfel vorgestellt.

Studie: 90 Prozent der Eltern unterschätzen Zuckergehalt in Joghurt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen täglichen Zuckerkonsum von maximal 16 Zuckerwürfeln - das entspricht etwa 48 Gramm Zucker. Die tatsächliche Menge jedoch beträgt beinahe doppelt so viel: 84 Gramm Zucker nimmt ein Deutscher durchschnittlich täglich zu sich. Diese erschreckende Differenz nahm das Max-Planck-Institut zum Anlass, die Verantwortung der Eltern in einer Studie zu erforschen.

Insgesamt wurden etwa 305 Eltern-Kind-Paare befragt. Am Computer sollten sie Schätzungen zum Zuckergehalt diverser Lebensmittel angeben. So schätzten 90 Prozent der Eltern, ein Joghurtbecher enthalte vier Stück Zucker. Tatsächlich jedoch enthält ein Joghurtbecher elf Stück Würfelzucker. Diese Differenzen waren offenbar im gesamten Verlauf der Studie zu erkennen: Eltern vermuteten häufig weniger Zucker in Lebensmitteln, als tatsächlich enthalten ist, so die AOK in einer Mitteilung.

Zuckergehalt: Darum leiden Kinder unter der Fehleinschätzung ihrer Eltern

Diese Fehleinschätzung macht sich laut der Studie außerdem im Gesundheitszustand der Kinder bemerkbar. Die Studie erfasste auch Körpergröße und Gewicht von Eltern und Kindern. So fanden die Wissenschaftler wohl heraus, dass der Body-Mass-Index der Kinder höher war, je stärker die Eltern den Zuckergehalt unterschätzten.

Schuld an den massiven Fehleinschätzungen der Eltern ist laut AOK, auf deren Initiative hin der Zuckerreduktionsgipfel ins Leben gerufen wurde, der versteckte Zucker: "Um angemessene Ernährungsentscheidungen treffen zu können, müssen Eltern abschätzen können, wie viel Zucker in Essen und Getränken enthalten ist. Aber die Lebensmittelindustrie sträubt sich seit Jahren gegen eine laienverständliche Lebensmittelkennzeichnung", erklärte Martin Litsch, Vorsitzender des AOK-Bundesverbandes. AZ

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