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27.03.2012

Studie: Schokolade macht nicht dick - im Gegenteil

Regelmäßiges Schokolade-Essen soll dünner machen, als wenn man nur hin und wieder zu der Süßigkeit greift.
Bild: dpa

Diese Studie klingt bizarr und dürfte Schokoladen-Esser freuen. Regelmäßiges Schokolade-Essen macht offenbar dünner, als wenn man nur hin und wieder zur Tafel greift.

Erwachsene, die regelmäßig Schokolade essen, haben einen geringeren Body-Mass-Index (BMI) als die, die weniger oft zur Schokolade greifen. So lautet das Ergebnis der amerikanischen Forscher. Der Studie zufolge sind Menschen, die regelmäßig zur Schokolade greifen dünner, als diejenigen, die nur ab und zu naschen. Die Forscher erklären sich diese Beobachtung mit dem Stoffwechsel.

Dunkle Schokolade ist gesund

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in San Diego haben mehr als 1000 Frauen und Männer für diese Studie rund um Ernährung und Schokolade untersucht. Das Ergebnis der Schoko-Studie wurde im Fachblatt Archives of Internal Medicine veröffentlicht. Keiner der Teilnehmer hatte Diabetes, Herzerkrankungen oder andere größere gesundheitliche Probleme angegeben.

Beatrice Golomb, Leiterin der kalifornischen Studie, sagte in einem Interview, dunkle Schokolade sei besonders gut für den Stoffwechsel. Diese gilt schon länger wegen des geringeren Zucker-Gehalts und den enthaltenen Flavonoiden als "gute Schokolade".

Schokolade regt den Stoffwechsel an

"Zusammengefasst kann man sagen, dass regelmäßiger Schokoladenkonsum mit einem geringeren BMI verbunden ist", heißt es in der Studie. Möglicherweise liege das daran, dass Schokolade den Stoffwechsel anrege. Die Forscher konnten keine Unterschiede im sonstigen Verhalten der Teilnehmer feststellen, die den Gewichtsunterschied erklären.

Die Schoko-Studie ist allerdings kein Freifahrtschein für Naschkatzen: Die schlankeren Teilnehmer aßen demnach zwar regelmäßig, aber in Maßen Schokolade. Außerdem gaben die Probanden selbst die Auskünfte zu ihrem Essverhalten - fraglich ist, ob alle Angaben korrekt waren.

Gesellschaft für Ernährung hat Zweifel

Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn hat Zweifel an den Ergebnissen der Studie. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man durch Schokolade abnehmen kann", sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Sich Süßigkeiten komplett zu verkneifen sei aber auch falsch: "In Maßen ist das okay. Und wer sich alles verbietet, bekommt oft Heißhungerattacken."

Restemeyer bestätigte, dass Flavonoide unter anderem gut für das Herz-Kreislauf-System und entzündungshemmend sind. "Solche positiven Inhaltsstoffe kann ich aber auch wunderbar über andere Lebensmittel aufnehmen", sagte die Ernährungswissenschaftlerin. So enthielten zum Beispiel Beeren, Nüsse und Weintrauben ebenfalls Flavonoide.

Die Teilnehmer der Studie aßen Schokolade und trieben Sport

Das Team aus San Diego hatte 1018 Probanden untersucht, zwei Drittel von ihnen waren Männer. Das durchschnittliche Alter lag bei 57 Jahren.

Die Wissenschaftler um Beatrice Golomb berechneten für 972 Teilnehmer den BMI - der Durchschnittswert lag bei 28. Im Durchschnitt aßen die Teilnehmer nach eigenen Angaben zweimal in der Woche Schokolade - sie trieben aber auch 3,6 Mal Sport. Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht (kg) dividiert durch das Quadrat der Körpergröße (m2). dpa/AZ

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