Tasmanische Teufel, die größten lebenden Vertreter der Raubbeutler, galten lange Zeit als vom Aussterben bedroht. Grund dafür ist die Verbreitung der außerordentlich ansteckenden Krebsart DFTD (devil facial tumour disease), die die Tiere seit der letzten zwei Jahrzehnte ernsthaft bedroht. Forscher fanden nun heraus, dass der Tasmanische Teufel wohl dabei ist, auf natürliche Weise eine Resistenz gegen DFTD zu entwickeln. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift "Nature Communications".
Tasmanischer Teufel bald immun gegen Krebsart DFTD?
In der Regel sei dieser Krebs zu 100 Prozent tödlich für die Tasmanischen Teufel, so die Wissenschaftler. DFTD gefährdet daher bereits seit geraumer Zeit die Existenz der Raubbeutler: Insgesamt hat sich der Bestand der Tiere im Laufe der letzten zwanzig Jahre um 80 Prozent verringert, heißt es weiter. Obwohl Biologen und Naturschützer deshalb das Aussterben dieser Art vorhersagen, gibt es Populationen der Tasmanischen Teufel, die dem tödlichen Krebs trotzen.
Bei diesen Tieren machten die Wissenschaftler eine seltene Beobachtung: Sie sammelten Beweise für einen schnelle, evolutionäre Antwort auf den ausrottenden Krebs. Bei insgesamt drei Populationen konnten die Wissenschaftler zwei Regionen im Erbgut der Tasmanischen Teufel identifizieren, die Gene zur Immunität von Krebs enthalten.
Studie: Tasmanische Teufel entwickeln wohl Immunität gegen Krebs
Da sich die Krebsart DFTD verbreitet, indem sie das Immunsystem gezielt unterdrückt, vermuten die Forscher in den nun entdeckten Genen eine direkte Reaktion auf die Krankheit. Die Tasmanischen Teufel scheinen dem Aussterben auf natürliche Weise entgegenwirken zu wollen, so die Forscher. Sollte die weitere Entwicklung dieser Gene erfolgreich sein und tatsächlich eine Immunität gegenüber dem Krebs hervorrufen, könnte dies die Rettung dieser Spezies bedeuten. AZ