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Wetter

09.08.2015

Wann wird UV-Strahlung gefährlich?

Je höher die Sonne steht, desto mehr UV-Strahlen kommen an der Erdoberfläche an.
Bild: Arno Burgi (dpa)

Der UV-Index warnt vor hohen Strahlungen. Viele Menschen unterschätzen die Gefahr, die von direkter Sonne ausgeht.

Es ist heiß. Wer Zeit hat, sucht eine Abkühlung im nächsten See oder Freibad. Wenn der Körper heruntergekühlt ist, legen sich viele in die direkte Sonne. Doch das kann gefährlich werden: Gerade mittags herrschen hohe UV-Werte, die Sonnenbrand oder später sogar Hautkrebs verursachen können.

Der Deutsche Wetterdienst gibt im Sommer Warnungen vor hoher UV-Strahlung heraus - aber was bedeutet dieser UV-Index eigentlich? Und wann muss ich mich schützen? Wolfgang Steinbrecht, Physiker im Ozonzentrum bei Deutschen Wetterdienst, antwortet auf die wichtigsten Fragen:

1. Was sagt der UV-Index aus?

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Der Index sagt, wie viel UV-Strahlung an die Erdoberfläche gelangt. UV-Strahlung ist nicht sichtbares Licht, also Licht aus kürzeren Wellenlängen. Noch kürzer sind Röntgenstrahlen. Der Index geht von null bis zehn, wobei der Wert zehn sehr selten vorkommt.

2. Welche UV-Strahlen unterscheidet man?

UV-Strahlen existieren in drei Wellenlängen. UVC-Strahlen sind für unseren Alltag irrelevant, weil sie von der Ozonschicht geblockt werden. UVB-Strahlen beeinflussen uns am meisten. Wie viel Strahlung auf der Erdoberfläche ankommt, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen von der Dicke der Ozonschicht: je weniger Schicht, desto mehr Strahlung. Außerdem spielt das Wetter eine Rolle: In Hochdruckgebieten kommt weniger Strahlung durch. Bei UVA-Strahlen spielt die Ozonschicht keine Rolle.

3. Gibt es Orte, an denen besonders viel UV-Strahlung ankommt?

Ja. Eine Rolle spielt die Höhe, auf der man sich befindet. Und: Je mehr Wolken am Himmel sind, desto weniger UV-Licht kommt unten an. Besonders viel UV-Strahlung herrscht im Schnee oder am Meer. Dort spiegelt sich das Licht in die Atmosphäre und wieder zurück.

Außerdem kommt es darauf an, wie hoch die Sonne steht. In Deutschland steht die Sonne im Juni am höchsten, zu diesem Zeitpunkt gibt es also auch die höchsten UV-Werte. Im August trifft das auf Länder wie Mallorca oder die Malediven zu, außerdem auf alle Länder nahe des Äquators.

4. Wann ist die Strahlung besonders gefährlich?

Um die Mittagszeit ist die Strahlung am höchsten. Zwischen 11 und 14 Uhr sollte man die pralle Sonne meiden. Im August liegt der Wert der UV-Strahlung dann zwischen sieben und acht. Das bedeutet, dass man bereits nach einer halben Stunde einen Sonnenbrand bekommen kann.

5. Welche Folgen haben UV-Strahlen?

Hohe UV-Werte und viel Sonnenbaden ohne Schutz haben zunächst schlimme Sonnenbrände zur Folge. Wenn man diese öfter hat, steigt die Gefahr, Hautkrebs zu bekommen. Wer mittags die Sonne meidet, senkt also das Risiko auf Hautkrebs. Ein Hitzschlag ist dagegen nicht direkt die Folge von UV-Strahlen, hat aber mit Sonne und Hitze zu tun. UV-Licht in Maßen oder im Winter ist auch gesund, weil damit Vitamin D produziert wird, das für die Knochen wichtig ist.

6. Wie kann ich mich schützen? Muss ich Babys besonders schützen?

Der beste Schutz ist, die Sonne mittags zu meiden. Ansonsten sollte man den Kopf bedecken und sich eincremen. Wie empfindlich jemand ist, hängt stark vom Hauttypen ab. Helle Menschen mit Sommersprossen müssen sich genetisch veranlagt besonders gut schützen. Babys muss man genauso gut schützen wie helle Hauttypen.

7. Welche Sonnencreme soll ich verwenden und brauchen Sonnenschirme einen bestimmten UV-Schutz?

Im Idealfall reicht es, sich einmal am Tag einzucremen. Durch Wasser oder Schweiß ist das in der Regel aber öfter nötig. Physiker Wolfgang Steinbrecht rechnet vor, dass ein Lichtschutzfaktor zehn bei einer Sonnencreme umgerechnet nur noch die UV-Strahlung mit einem Wert von eins bedeutet - was ausreiche. Kinder und empfindlichere Menschen sollten jedoch einen höheren Faktor wählen. Generell gilt: Ab einem UV-Index von fünf sollte man Sonnencreme verwenden.

Sonnenschirme haben immer einen Schutz, egal welcher Wert angegeben ist. Ein normales Gewebe lässt immer weniger UV-Strahlung und Licht durch. Je dichter das Gewebe ist, desto weniger Strahlung kommt durch.

8. Werde ich auch im Schatten braun?

Ja. Nur etwa die Hälfte der UV-Strahlung kommt direkt von oben von der Sonne. Die andere Hälfte wird indirekt durch Luftmoleküle in alle Richtungen verteilt. Deswegen wird man auch im Schatten braun. Je dichter beispielsweise der Baum ist und je mehr ich im Schatten liege, desto weniger Strahlung kommt an.

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