Viele Infektionskrankheiten lassen sich wegen einer steigenden Zahl von Antibiotika-resistenten Erregern immer schwieriger behandeln. "Die Waffe Antibiotika ist zunehmend stumpf geworden", sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Reinhard Burger, am Donnerstag in Berlin aus Anlass des Weltgesundheitstages. In diesem Jahr stehen Arzneimittelresistenzen im Mittelpunkt des Aktionstages der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Nach Ansicht Burgers ist die Entwicklung nicht aufzuhalten, wenn jetzt nicht gegengesteuert wird.
Kampf gegen Antibiotika-Resistenz
Das Bundesgesundheitsministerium, das Bundeslandwirtschaftsministerium und das Bundesbildungsministerium setzen sich daher gemeinsam dafür ein, die Antibiotikaresistenz zu bekämpfen. Hauptursache der zunehmenden Resistenzen ist eine falsche Einnahme der Medikamente sowie Mängel in der Hygiene.
Gesundheitsminister Philipp Rösler sagte, wichtig sei zunächst eine Bestandsaufnahme und Strategien zur Bekämpfung zu entwickeln. So könne das Fachpersonal verstärkt für eine optimale Antibiotikatherapie ausgebildet werden. Die Industrie dürfe zudem auf diesem Gebiet nicht mit der Forschung nachlassen, forderte der FDP-Politiker weiter.
Mit dem Weltgesundheitstag, der seit 1954 jährlich stattfindet, erinnert die Weltgesundheitsorganisation gleichzeitig an ihre Gründung vor 63 Jahren. Damals trat auch die Verfassung der Organisation in Kraft. An diesem Tag soll jedes Jahr ein Gesundheitsthema von weltweiter Bedeutung in den Blick der Öffentlichkeit gerückt werden. In den vergangenen Jahren waren Infektionskrankheiten (2007) oder der Katastrophenschutz (2009) das Thema des Festtages. (dapd)