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Wissenschaft: Boas spüren am Puls, wann ihr Opfer tot ist

Wissenschaft

Boas spüren am Puls, wann ihr Opfer tot ist

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    Mit einer Boa Constrictor sollte man sich niemals anlegen: Forscher berichten, dass eine Boa Constrictor den Puls ihrer Beute spüren kann.
    Mit einer Boa Constrictor sollte man sich niemals anlegen: Forscher berichten, dass eine Boa Constrictor den Puls ihrer Beute spüren kann. Foto: dpa

    Man sollte sich nie mit einer Boa anlegen: Eine Boa Constrictor kann einer neuen Studie zufolge den Herzschlag ihrer Beute fühlen und damit auch den Todeszeitpunkt des Tieres feststellen. Die Dauer des Würgegriffs sei für die Schlangen entscheidend, heißt es in einer am Mittwoch von Forschern aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania im Magazin "Biology Letters" veröffentlichten Studie. Das Würgen koste die Schlangen enorm viel Energie, zudem seien sie während des Würgegriffs selbst der Gefahr von Raubtieren ausgesetzt.

    16 Boas mit speziell präparierten Ratten gefüttert

    Das Würgen ist eine sehr kraftzehrende Art des Beutefangs. Daher sei es sinnvoll, dass die Würgeschlangen feststellen, wann sie den Druck verringern können, schreiben die Forscher. Wie die Boa Constrictor den Tod ihrer Opfer feststellt, sei bisher nicht klar gewesen.

    Eine einfachere Variante wäre die Reaktion auf nachlassende Körperbewegungen - die Abhängigkeit vom Herzschlag habe sich möglicherweise als Reaktion auf den Fang größerer Kaltblüter entwickelt. Diese lebten auch bei extrem verlangsamten Bewegungen noch weiter.

    Wissenschaftler Scott Boback und seine Kollegen vom Dickinson College in Carlisle (USA) hatte 16 Boas zwischen einem und eineinhalb Metern Länge mit speziell präparierten toten Ratten gefüttert. Diesen waren wassergefüllte Blasen mit Schläuchen implantiert worden, über die die Forscher den Druck messen konnten, den die Schlange ausübte.

    Boa variiert Druck und Körperstellung

    Eine der Blasen war zudem an eine elektrische Pulspumpe angeschlossen, mit der die Forscher einen künstlichen Herzschlag von 195 Schlägen pro Minute simulierten. Dabei zeigte sich, dass Ratten mit "Herzschlag" etwa 20 Minuten lang gewürgt wurden - doppelt so lange wie Beute ohne vermeintlichen Puls. Auch der Druck war im Mittel etwa doppelt so hoch wie bei lebloser Beute. Bei den "lebenden" Ratten variierten die Schlangen zudem häufig Druck und Körperstellung.

    Die Tiere ließen erst los, nachdem die Pumpe eine Weile abgestellt - und damit der künstliche Puls nicht mehr zu spüren war. Selbst Schlangen, die nie lebende Beute gefangen hatten, zeigten dieses Verhalten, berichten die Forscher. Es sei also zumindest teilweise angeboren. (dpa/AZ)

    Tiergeschichten aus dem Sommerloch

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