Multivitaminsäfte sind für Stiftung Warentest "multienttäuschend". Sie enthalten wenig vollwertigen Saft und viele synthetische Vitamine. Außerdem kritisieren die Tester, dass hinter vielen Produktnamen keine Aussage stecke. Mit Namen wie "Roter Multi" würden die Hersteller nur davon ablenken, "dass sie keinen Fruchtsaft anbieten".
Von 22 getesteten Säften erhielten nur drei die Note "sehr gut" oder "gut", wie die Tester am Donnerstag mitteilten. Acht Säfte schnitten mit "ausreichend" oder sogar "mangelhaft" ab. Testsieger wurde der mit 3,99 Euro pro Liter teuerste Saft von Rabenhorst. Geruch und Geschmack seien einwandfrei und die Vitamine gut dosiert. Aber auch ein Saft von Netto Marken-Discount für 0,95 Euro erhielt ein "gut".
Multivitaminsäfte: Stiftung Warentest hat getestet
Von den außen abgebildeten exotischen Früchten werden laut "Test" meist nur kleinste Mengen verarbeitet. Hauptbestandteil der Säfte sind demnach Apfel- und Orangensaft. Die Mengenangaben zu den Vitaminen stimmen laut Untersuchung meist nicht, sondern sind viel höher. Die Vitamine stammen demnach aber nicht aus den Früchten, sondern werden als synthetische Mischung zugesetzt. Generell empfehlen die Tester, nicht mehr als 0,2 Liter Multivitaminsaft pro Tag zu trinken - ein Liter würde mehr Vitamine liefern als gebraucht.
Eine zu hohe Dosierung kann auch Risiken bergen. Es ist noch nicht einmal klar, so Stiftung Warentest, ob der menschliche Körper Vitamine aus dem Labor ebenso gut verwerten kann, wie natürliche.
Hohes C Roter Multi-Vitamin enttäuscht
Der bekannte und wohl beliebte Hohes C-Saft hat die Tester gleich doppelt enttäuscht. Denn laut Bericht verwendet der Hohes C Roter Multi-Vitamin nur Fruchtsaftkonzentrate, inklusive Fremdaroma. Der Saft hat demnach eine Fantasiemischung von Labor-Aromastoffen. Diese müssen aber mit den abgebildeten Früchten nichts gemein haben. Außerdem schlecht abgeschnitten haben folgende Säfte: Kaiser's Tengelmann/Star Marke Multivitamin-12-Fruchtsaft, Bauer Multi-Vitamin-Saft, Bari Multivitamin und Edeka Roter Multi.
Generell weist Stiftung Warentest darauf hin, dass die Deutschen mit Vitaminen gut versorgt sind. Wenn nicht anders vom Arzt verordnet, sollte auf Vitamin-Präparete verzichtet werden. Vielmehr gilt Altbekanntes: Eine Ausgewogene Ernährung macht Nahrungsmittelzusätze überflüssig. Selbst Menschen, die an Vitaminmangel leiden, sollten lieber auf Präparate setzen, da diese genau abgestimmt sind. Schwangere zum Beispiel, so die Stiftung Warentest, brauchen gezielte Unterstützung durch Vitamin B12 und Folsäure.
Den ganzen Bericht können Sie kostenpflichtig bei Stiftung Warentest lesen. AZ