Öko-Test (11/2016) hat Honig auf kritische Inhaltsstoffe untersucht. Je nach Herkunft stecken Glyphosat und Gentechnik mit ihm Glas. Alle der 20 getesteten Honige halten die Honig-Verordnung ein. Aber nur acht kann Öko-Test empfehlen. Sieben fielen bei der Untersuchung sogar durch.
Honig im Test: Pestizide und Glyphosat in manchen Honiggläsern
20 Honige wurden getestet, darunter neun in Bio-Qualität. In acht Honigen wurden Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen nachgewiesen. Auch Pestizide, Bienenarzneimittel und die giftigen Pflanzenstoffe Pyrrolizidinalkaloide stecken laut den Testern in einigen Gläsern. In zwei Honigen fand das Labor sogar Rückstände des Arzneimittels Amitraz, das im Kampf gegen die Milbe eingesetzt wird. Das Arzneimittel konnte in zwei Bio-Honigen nachgewiesen werden - da gehört es eigentlich nicht hin. Ebenso wurde in vier Honigen im Test Glyphosat nachgewiesen. Doch damit nicht genug: Auch Pollen der gentechnisch veränderten Pflanzen Roundup Ready Soja und Roundup Ready Raps, beide aus der Chemiefabrik Monsanto stammend, hat das Labor in acht Honigen gefunden. Pyrrolizidinalkaloide (PA), ein natürliches Gift, wurde in sechs Honiggläsern nachgewiesen.
Die Honigbiene
Zu einem Bienenstock gehören 30.000 bis 60.000 Bienen, in einigen Fällen sogar bis zu 80.000 Tiere. Den Großteil des Bienenvolkes bilden die so genannten "Arbeiterinnen".
Männliche Bienen, die Drohnen genannt werden, haben im Leben nur eine Aufgabe: Fortpflanzung. In einem Stock leben zwischen 500 und 2.000 von ihnen. Haben sie ihren Zweck erfüllt und die Königin befruchtet, werden sie im Herbst in der "Drohnenschlacht" aus dem Stock geworfen. Da sie keinen Giftstachel haben, sind sie macht- und harmlos.
Jeder Bienenstock hat eine Königin. Sie legt nicht nur als einzige die Eier. Nach ihrem Hochzeitsflug mit den Drohnen trägt sie auch noch für drei bis vier Jahre den Spermienvorrat in sich, mit dem die Eier befruchtet werden können.
Auch die Bienenkönigin hat nicht viele Aufgaben: Sie muss nur für den Nachwuchs sorgen. Etwa 2.000 Eier legt eine Königin täglich, bis zu 120.000 im Jahr. Unterstützt wird die Mutter aller Bienen dabei von Arbeiterinnen, die die Kleinen füttern, putzen und umsorgen.
Eine Arbeitsbiene fliegt pro Tag etwa 4000 Blüten an. Mit ihrem Saugrüssel saugt sie süßen Nektar aus den Blütenkelchen und lagert ihn in ihrem Magen ein. Beim Blütenbesuch bleibt Pollen an ihren Hinterbeinen kleben, den sie so weitertransportiert. Dadurch kommen Pollen, das männliche Produkt der Staubgefäße, mit der Narbe des Stempels, dem weiblichen Teil der Blüte, in Kontakt.
Rund 80 Prozent aller Blütenpflanzen sind auf die Insektenbestäubung angewiesen. Im Obstanbau übernehmen die Bienen sogar rund 90 Prozent der Bestäubung. Der Nutzwert der Tiere liegt in Deutschland bei etwa vier Milliarden Euro. Damit ist die Biene nach Rindern und Schweinen das drittwichtigste Nutztier.
Für ein halbes Glas Honig müssen Bienen rund 40.000 Mal ausfliegen und dabei vier Millionen Blüten besuchen. Durchschnittlich sind die Blüten einen Kilometer vom Bienenstock entfernt. Das bedeutet: Die Bienen müssen 40.000 Kilometer zurücklegen - quasi einmal rund um die Erde für ein halbes Glas Honig.
Bienen schützen sogar afrikanische Plantagen und Dörfer vor trampelnden Elefanten. Die britische Biologin Lucy King entwarf eine Umzäunung mit Bienenkörben, deren Bewohner ausschwärmen, sobald ein Elefant den Draht berührt. Und tatsächlich: Die Elefanten nehmen vor den kleinen Insekten Reißaus.
Bienen sind unglaublich nützlich, allerdings auch stark bedroht. Die Gründe für das schon Jahre andauernde Bienensterben sind vielfältig: Monokulturen beim Mais- und Rapsanbau, Schädlingsbefall und Pestizide sind vermutlich für das Massensterben der Bienen verantwortlich.
Wer Bienen helfen will, sollte ihnen einen Blütenvielfalt im Garten oder auf dem Balkon bieten. Es gibt sogar spezielle Blumenwiesen-Saatmischungen, die auf die Bedürfnisse von Bienen abgestimmt sind. Sie liefern hochwertigen, eiweißreichen Pollen und ein gutes Nektarangebot.
Selbst auf einem Balkon können Sie Bienen etwas Gutes tun. Verabschieden Sie sich von den meisten Blumen, die eine gefüllte Blüte haben, wie Geranien und Pelargonien. Pflanzen Sie Kräuter wie Schnittlauch, Basilikum und Thymian.
Verzichten Sie in Ihrem Garten auf bienenschädliche Pflanzenschutz-, Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel! Sogenannte Pestizide, Herbizide und Biozide stehen im Verdacht, das massenhafte Bienensterben zu verursachen.
Dennoch wurden drei Honige mit "sehr gut" bewertet: "Alnatura Akazienhonig" (Testsieger), "dm Bio Akazienhonig" und "Breitsamer Honig Rapsblüte". Der "Goldlang Blüten Honig Sommer- & Winterblütenhonig" von Aldi Süd ist auf Grund der hohen Schadstoffbelastung bei dem Test mit "ungenügend" durchgefallen. Laut Öko-Test teilte Aldi Süd mit, dass laut einem Anbietergutachten die gleiche Charge keine gentechnisch veränderten Organismen enthalte.
Öko-Test rät zu Bio-Honig
Öko-Test rät zum Kauf von Bio-Honig, auch wenn dieser durchaus ebenfalls pestizidbelastet sein kann, da die Höchstmengen die gleichen wie bei konventionellem Honig seien. Bio-Imker müssten aber bei der Bienenhaltung strengere Vorschriften beachten. Zudem rät Öko-Test davon ab, Kinder unter zwölf Monaten mit Honig zu ernähren. Er kann Bakterien enthalten, die den Kleinen gefährlich werden können.
Ein gutes Kilogramm Honig isst jeder Deutsche laut Statistischem Bundesamt pro Jahr. cch