Die Budenlandschaft ist licht geworden, die Bäumchen, die zwischen den Ständen auf dem Aichacher Christkindlmarkt für Grün gesorgt hatten, sind weg.
Gleich nach dem Weihnachtswochenende begannen die Mitarbeiter des Bauhofs gestern mit dem Abbau.
Was bleibt, ist das höchst unterschiedliche Fazit derer, die auf dem Christkindlmarkt ihre Waren verkauften. Hochzufrieden ist Martin Hermann. Der Aichacher und seine Helfer hatten erstmals einen Stand und boten dort Raclettekäsebrot, Flammkuchen und heißen Venezianer an. "Die Zahlen ermitteln wir in diesen Tagen, aber sie fallen sehr positiv für uns aus", freut sich der Aichacher. Das neue Essensangebot habe eingeschlagen. Er will 2011 auf jeden Fall wieder dabei sein.
Er hätte durchaus Ideen, wie der Markt noch attraktiver werden könnte: Er nennt mehr Unterstellmöglichkeiten, die Rückkehr des Kinderkarussells und mehr Stände mit weihnachtlichen Dekoartikeln. Einen ebensolchen Stand hatten gleich neben Hermann das Haus der Senioren und der Aichacher Seniorenbeirat. Geschenktüten, Schachteln und Gestricktes wurden dort eine Woche verkauft. Zum letzten Mal, wie Marianne Faltus gestern ankündigte: "Wir werden das nicht mehr machen."
Zwar fällt ihre Bilanz nicht schlecht aus. Der Platz zwischen zwei Essensständen sei gut gewesen. Übrige Waren wurden beim Adventstreffen im Haus der Senioren verkauft. Aber es sei schwer, Leute zu motivieren, den Stand zu betreuen - erst recht zu Tageszeiten, zu denen wenige Kunden kommen. "Ab 18.30 Uhr ist das Geschäft vorbei. Dann ist die Zeit der Unterhaltung", so Faltus. Zudem sei die lange Vorbereitung strapaziös.
Seit etwa 15 Jahren ist Edith Biber aus Aichach dabei. 2011 will sie wieder Holzschnitzereien und Krippen verkaufen. Obwohl viele Leute sich gut überlegen, bis sie ihr Geld ausgeben, wie sie erzählt. "Nicht so gut wie im letzten Jahr" lief deshalb ihre Markt-Woche. Dem vielen Schnee im Advent konnte sie wenig abgewinnen: "Dadurch kamen weniger Leute. Viele scheuen die Fahrerei, wenn es glatt ist."
Ganz anders die Sicht in der Stadtverwaltung. Marianne Breitsameter, die den Christkindlmarkt alljährlich organisiert, sagt: "Das Wetter war ideal." Auffallend viele Besucher aus dem Raum Altomünster, Dachau, Indersdorf und auch Schrobenhausen seien nach Aichach gekommen. Sie ist überzeugt, dass das Rahmenprogramm die beste Werbung für den Markt ist. Unter anderem traten die Brugger Buam auf, die IG Rock lud zum Christmas Rock ein und der Rathausadventskalender hat sich längst zum Besuchermagneten entwickelt.
Dennoch wird bei der Nachbesprechung der ein oder andere Verbesserungsvorschlag auf den Tisch kommen: Einen weiteren Unterstand am Maibaum oder an der Hubmannstraße hält Breitsameter für sinnvoll. Sie will versuchen, noch den ein oder anderen Stand mit weihnachtlichen Geschenken aufzutreiben. Sie sagt: "Wir sind auf einem guten Weg. Die immense Organisation hat sich ausgezahlt."
Mit mehr Hausaufgaben geht hingegen die Aktionsgemeinschaft Aichach (Aga) ins neue Jahr. Die Resonanz beim Candle-Light-Shopping an den Adventsfreitagen war so schlecht, dass Aga-Chef Dieter Simmeth bereits gestern neue Ideen für 2011 ankündigte. Eine Option: nur mehr ein Candle-Light-Freitag. Nicht nur die Kunden zeigten laut Simmeth erneut wenig Interesse. Nachdem sich ohnehin nur 25 von 40 Geschäften beteiligten, sprangen in der Adventszeit nach und nach noch einige weitere ab. Die Kosten für Geschäfte, die extra Personal abstellen müssten, seien zu hoch, vermutet Simmeth. "Die erhofften Synergien sind nicht eingetreten. Leute, die zum Christkindlmarkt gehen, haben keine Einkaufsabsichten."
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