Pöttmes Ein erstaunliches Leben und ein erstaunliches Lebenswerk sei zu Ende gegangen, sagte Pfarrer Thomas Rein in seiner Traueransprache. Er zelebrierte am Samstag das Requiem für Johannes Reichsfreiherr von Gumppenberg-Pöttmes-Oberbrennberg. Zur Beerdigung des beliebten Barons waren so viele Trauergäste gekommen, dass gar nicht alle in der Pöttmeser Kirche Platz hatten. Weshalb der Gottesdienst über Lautsprecher nach draußen auf den Vorplatz übertragen wurde. Nach einem Trauerzug um die Kirche wurde der Baron in der Familiengruft beigesetzt.
Familie, Freunde, Bekannte sowie Fahnenabordnungen und Mitglieder von vielen Vereinen waren zur Beerdigung gekommen. Der Baron war eine geschätzte Persönlichkeit und engagierte sich in vielen Bereichen. Das kam in jeder der vielen Trauerreden deutlich zum Ausdruck. „Er hat sich um das Wohl unserer Marktgemeinde verdient gemacht“, sagte Bürgermeister Franz Schindele. Er erinnerte daran, wie vertrauensvoll und freundlich die Zusammenarbeit mit dem Baron gewesen sei. „Das war unter anderem auch die Grundlage für die zukunftsweisenden Baumaßnahmen am Marktplatz.“ Wegen seiner humorvollen Art sei er von der Bevölkerung sehr geschätzt worden.
Als Freund und großzügiger Gönner hatten ihn die Schützen im Gau und der Gemeinde erlebt. Von Gumppenberg war Mitglied und Schirmherr der Schützen. Er habe sich als besondere Persönlichkeit im Vereinsleben hervorgetan, sagte der Sprecher der Schützen. Trotz seiner schweren Krankheit habe der Baron an allen wesentlichen Ereignissen teilgenommen.
Eine Erfahrung, die auch die Aichacher Kreisgruppe des Jagdschutz- und Jägervereins und die Hegegemeinschaft Pöttmes, deren Vorstandsmitglied der Baron war, gemacht haben. „Trotz seines randvollen Terminkalenders nahm er an den Vereinsterminen teil“, sagte Paul Mühlegger. 26 Jahre lang war er der Stellvertreter des Barons, der als Vorsitzender die Hegegemeinschaft führte. „Eine derart vertrauensvolle und harmonische Zusammenarbeit, wie wir sie hatten, gibt es in Vereinen sicher nicht oft.“ Für seine Verdienste um die Jagd und das Waidwesen war der Baron mit der silbernen Hegenadel und der Eustachiusmedaille des Landesjagdverbandes ausgezeichnet worden.
Er habe eine ruhige und feine Art gehabt, sagte der Sprecher der Waldbauernvereinigung (WBV) Aichach, deren Ehrenmitglied der Baron war. Mit seinem umfassenden Wissen und seiner Hilfsbereitschaft habe er die WBV gestärkt. „Wir verlieren ein langjähriges Mitglied und einen großen Gönner“, sagte Anton Neukäufer, Vorsitzender des TSV Pöttmes. 63 Jahre alt war der Baron geworden. „Er hatte immer einen Platz in der ersten Reihe“, sagte Pfarrer Rein. Er erinnerte in seiner Predigt daran, wie wichtig die Kirche und der Glaube im Leben des Freiherrn gewesen waren. „Das merkte ich schon bei meinem ersten Gespräch mit ihm.“ Ein Glaube, der ihm auch auf seinem langen Leidensweg half. Vor 19 Jahren, Johannes, der Jüngste seiner fünf Söhne, war noch gar nicht geboren, diagnostizierten die Ärzte bei ihm die tödliche Krankheit. Nach menschlichem Ermessen hatte er keine Zukunft mehr, sagte Rein. „Er ist diesen Weg für seine Familie gegangen, wollte sie ins Leben hineinführen.“