Aichach-Friedberg. Anton Oberfrank fühlt sich wie Hans im Glück. Anders als die Märchenfigur bekommt der Leiter der Konradin-Realschule seinen "Goldklumpen" aber am Ende einer langen Geschichte.
Als die Schülerzahlen mit Einführung der R 6 sprunghaft anstiegen, da musste er nach und nach Fachräume umwidmen, das Fotolabor auflösen und Schüler ans Gymnasium und an die FOS auslagern. Seit Herbst 2009 lindern Pavillons im Hof der Schule die Platznot. "Und zur Krönung kommt jetzt der Anbau", freute er sich gestern beim offiziellen Startschuss für die Bauarbeiten.
Rund 6,9 Millionen Euro kostet der Erweiterungsbau an der Ostseite der Konradin-Realschule. Auf zwei Stockwerken entstehen zwölf Fachräume für Biologie, Chemie, Physik, EDV und Musik. Die Klassenzimmer gruppieren sich um einen 400 Quadratmeter großen Innenhof, der überdacht wird und künftig auch für Veranstaltungen oder bei schlechtem Wetter als Pausenhalle zur Verfügung steht. Der Anbau ist teilweise unterkellert, dort befinden sich Technik- und Lagerräume. Vom Altbau aus ist der neue Trakt über einen geschlossenen, zweistöckigen Verbindungsbau zu erreichen. Die Planung stammt vom Münchner Büro König Härtl Architekten. Weil der Untergrund nicht durchgängig tragfähig ist, müssen derzeit 45 Bohrpfähle bis zu einer Tiefe von 15 Metern im Erdreich verankert werden. Das Jahr 2011 soll dann für die Rohbauarbeiten genutzt werden. Wenn bis in einem Jahr auch das Dach dicht ist, folgt 2012 der Innenausbau, kündigte Rainer Hurler, der Leiter des Sachgebietes Hochbau im Landratsamt, an. Zum Schuljahresbeginn 2012/13 soll alles fertig sein. Zuvor soll es aber im nächsten Frühling noch eine feierliche Grundsteinlegung geben, versprach Landrat Christian Knauer den Klassensprechern, die gestern mit auf die Baustelle durften. Für Schüler und Lehrer gehen dann über zehn Jahre großer Raumnot zu Ende. Die Konradin-Realschule war ursprünglich für 18 Klassen konzipiert, heute zählt sie 31 Klassen mit über 880 Schülern. Bevor die acht Pavillons kamen, mussten sogar im Keller Not-Klassenzimmer eingerichtet werden. Knauer lobte darum Anton Oberfrank ausdrücklich für seine Geduld und Kooperationsbereitschaft: "Das ist ein ganz toller Schulleiter." Und Oberfrank revanchierte sich mit der Feststellung an die Adresse des Landrats: "Sie haben Ihr Versprechen gehalten." Allerdings entspricht auch das künftige Raumangebot nur dem festgestellten tatsächlichen Bedarf der Konradin-Realschule. Auf weiteren Zuwachs wurde nicht geplant.