Sonntag, 26. Oktober 2014

09. Januar 2013 14:27 Uhr

Das Glück liegt in uns

Mitgefühl und Meditation sind zwei zentrale Anliegen des Buddhismus. Auch in Dillingen findet man Anhänger der Religion. Dazu muss man nur durch einen verwunschenen Garten gehen. Von Brigitta Ernst

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Es ist ein kleines Häuschen im Herzen Dillingens. Die Heimat der Dillinger Diamantweg-Buddhismus-Gruppe. Durch einen verwunschenen Garten gelangt man über die Hausrückseite in das Innere. Während im ersten Stock ein Seminarzentrum beheimatet ist, geht es über eine schmale Stiege unters Dach in Buddhas Räume. Hier treffen sich jeden Dienstag um 19.30 Uhr Mitglieder der buddhistischen Gruppe zur gemeinsamen Meditation.

Das fehlende Puzzelteil

Gemütlich mit Meditationskissen, einem hölzernen Altar und frischen Blumen ist der kleine Raum ausgestattet, der doch immer für alle Platz bietet. „Ich habe den Diamantweg-Buddhismus durch Lama Ole Nydahl vor 15 Jahren kennengelernt und wusste, das war das fehlende Puzzleteil, das mir für ein glückliches und erfülltes Leben gefehlt hat“, erklärt Ingrid Rother, die die buddhistische Gruppe vor vier Jahren gegründet hat.

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Die Therapeutin selbst bleibt nach wie vor fest in ihrem katholischen Glauben verwurzelt. „Trotzdem war ich immer auf der Suche“, erinnert sie sich. „Im Buddhismus habe ich schließlich Antworten auf viele lang gehegte Fragen gefunden. Denn hier entwickelt man Mitgefühl und Weisheit, um anderen Menschen besser helfen zu können und dem Wohle aller zu dienen.“

Wer anderen etwas Gutes tut, hat gute Chancen selber glücklich zu sein. Lama Ole Nydahl erläuterte einst anlässlich des buddhistischen Sommercamps in Immenstadt: „Selbst wenn man die gleichen, guten Bedingungen hätte wie Buddha vor 2500 Jahren, so würde man doch erkennen, dass die Vergänglichkeit nicht vor der eigenen Haustür haltmacht und alle äußeren Freuden nicht ewig währen. So schwingt bei allen schönen Erlebnissen immer eine Angst mit, dass alles vergänglich ist.“

Die Sicht der Dinge

Die Meditation hilft, unsere Gedankenflut besser zu steuern und so natürlich die Gefühle zu beeinflussen. „Es ist immer die Sicht auf die Dinge, die darüber entscheidet, ob es uns gut oder schlecht damit geht“, betont Ingrid Rother. Lama Ole Nydahl definiert das so: „Glück und Freude hängen aus buddhistischer Sicht nicht von äußeren Bedingungen ab, die sich ständig ändern, sondern von dem Erleben der Dinge und der Geisteshaltung.“

Deshalb solle man die Erfüllung darin suchen, die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken und so oft wie möglich achtsam gegenüber der kleinen Wunder des Lebens zu sein. Das heißt aber auch, in jedem Moment seines Lebens Verantwortung für sich und seine Taten zu übernehmen. Wer viel Gutes tut, wird Freude und Glück empfangen, das sind die grundlegenden Gesetze von Ursache und Wirkung. Dabei sei es wichtig, die Dualität zu überwinden. „Ohne die Trennung von einem Ich hier und Du woanders strahlt der Geist wie eine Sonne, die mühelos von sich aus strahlt. Im Alltag bedeutet dies Mitgefühl in Wort und Tat.“

Der Lehrer, der so gerne Armeehosen trägt, betont: „Die unterschiedlichen Lebenslagen und Gefühle, die man erlebt, entstünden nicht zufällig, erklärt der Lama. Sie würden durch unsere Einstellung und das eigene Handeln bestimmt. Entsprechend kann man die Entwicklung seines künftigen Lebens heute bewusst steuern und herannahende Umstände mit Gedanken, Worten und Taten verändern. Augenzwinkernd sagt der Däne, der für seinen trockenen Humor bekannt ist: „Ist es nicht toll? Kein rachsüchtiger Gott schickt einen in die Hölle, man kann sein Leben und künftige Leben selber gestalten.“

Ruhig zum Glück

Mit den wöchentlichen Meditationen üben die Dillinger Buddhisten nicht nur das Zähmen der unruhigen Gedanken und das Gewahren des Augenblicks. Wer es regelmäßig praktiziert, erlebe immer öfter Augenblicke im Leben, in denen einem Freude geschenkt wird, ohne dass es einen äußeren Anlass bedarf, betont Ingrid Rother.

Lama Ole Nydahl ist ein viel beschäftigter Mann. Für die Eröffnung der kleinen Diamantweg-Gruppe in Dillingen hat er sich trotzdem Zeit genommen. Ingrid Rother erinnert sich strahlend: „Das hat kaum einer geglaubt. Deshalb bin ich wirklich stolz darauf.“

Seither werden die rund 50 Mitglieder in Dillingen immer wieder aktiv. Sie bieten einen Tag der offenen Tür, Vorträge zu buddhistischen Themen an oder reisen gemeinsam zum Sommercamp nach Immenstadt: Die 56-Jährige zählt diese Ausflüge zu den Höhepunkten des Jahres. „Man tauscht sich aus mit Menschen aus der ganzen Welt aus. Der Glaube verbindet und gemeinsam schafft man hier etwas Außergewöhnliches – zum Wohle aller. Kann es ein größeres Glück geben?“

Zur Person

Ole Nydahl wurde 1941 nördlich von Kopenhagen geboren. Er studierte Philosophie, Englisch und Deutsch an Universitäten in Kopenhagen, den USA, Tübingen und München. Heute ist er Buddhas bester Mann im Westen. Als er 1969 mit seiner Frau Hannah auf Hochzeitsreise in Nepal war, begegnete er dem 16. Karmapa, dem Oberhaupt des Diamantweg-Buddhismus. Ole und Hannah wurden seine ersten westlichen Schüler.

Nach drei Jahren der buddhistischen Meditation und des Studiums bat der Karmapa das Paar, den Diamantweg im Westen bekannt zu machen. Den Ehrentitel eines spirituellen Führers „Lama“ erhielt Ole Nydahl 1982. Seither hat Lama Ole Nydahl bereits mehr als 650 buddhistische Zentren weltweit eröffnet. Dafür jettet er zwei Mal jährlich um die Welt und arbeitet täglich bis zu 16 Stunden.

www.diamantweg.de

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