Schrobenhausen "Das Baby ist geboren, die Schmerzen über die Geburt sind verklungen, die Hebammen und Entbindungshelfer dürfen stolz sein." Das, was Regionaldekan Pfarrer Werner Dippel hier so locker formuliert, hat einen ernsten Hintergrund. Es handelt sich um das unter dem Dach des Caritasverbandes Neuburg-Schrobenhausen einhergehende und von der Leader-Aktionsgruppe Altbayerisches Donaumoos (LAG) unterstützte Nachbarschaftshilfeprojekt "Wir füreinander".

Im Rahmen einer vom Querflötenorchester der städtischen Sing- und Musikschule Schrobenhausen und dem Burgheimer Musiker Tobias Ulm musikalisch gestalteten Auftaktveranstaltung im Konferenzgebäude der Firma Bauer in Schrobenhausen, wurde das "Neugeborene" am vergangenen Mittwochabend offiziell auf die Beine gestellt.
Der Beginn einer Herausforderung
"Wir stehen heute am Beginn einer Herausforderung, vor die uns der demografische Wandel in Zukunft stellen wird", wandte sich Johanna Knöferl vom Caritas-Kreisverband an die zahlreich gekommenen Ehrengäste sowie die Damen und Herren aus den zehn Mitgliedsgemeinden, "welche das Projekt in den abgelaufenen Monaten so beharrlich und motiviert vorangetrieben haben". Der Rahmen sei nunmehr geschaffen, personelle und finanzielle Ressourcen bereitgestellt. Das "Bild" könne gemalt werden.
"Malen" müssen jetzt jene Ehrenamtliche, die sich bereit erklärten, das Projekt in ihren Heimatgemeinden tatkräftig anzukurbeln. Aus der Hand von Landrat und Schirmherr Roland Weigert, Diplom-Sozialpädagogin Johanna Knöferl und LAG-Geschäftsführer Harald Müller, erhielten sie Flyer ausgehändigt, die alle notwendigen Informationen beinhalten und mit denen sie nun für das Miteinander zu werben haben. Caritas-Kreisverbandsvorsitzende Doris Stöckel hob die Notwendigkeit des Projektes ebenso hervor wie Irmgard Neu-Schmid von der Strukturentwicklungsgruppe Fürstenfeldbruck. Es handle sich bereits um das vierte von der LAG auf den Weg gebrachte und von der EU und dem Freistaat mit 28 000 Euro geförderte Projekt. Bei einer Projektlaufzeit von drei Jahren haben die Mitgliedsgemeinden zusammen weitere 30 000 Euro beizusteuern. Regionaldekan Werner Dippel wünschte sich, dass das Projekt zum Selbstläufer werden möge.
Alltag nicht mehr selbst meistern
Schrobenhausens stellvertretende Rathauschefin Inge Eberle zeigte sich davon überzeugt, dass ein soziales Anliegen zur Unterstützung all jener, die den Alltag nicht mehr selbst meistern können, auf den Weg gebracht wurde und das den Herausforderungen der Zeit gerecht werde. Landrat Roland Weigert gab sich der Hoffnung hin, dass sich weitere Kommunen und Organisationen an dem Projekt beteiligen. "Niemand ist so reich, dass er den Nachbarn nicht braucht", zitierte der Kreischef einen bekannten Spruch. In der heutigen Zeit könne nicht alles von Bund, Land, den Gemeinden und Wohlfahrtsverbänden geregelt werden. Eingebunden sind in das Projekt bislang die Kommunen Karlshuld, Karlskron, Königsmoos, Ehekirchen, Rennertshofen, Oberhausen, Weichering, Burgheim und die Stadt Schrobenhausen. Weiter arbeiten mit der Kreisjugendring, der Seniorenbeirat Neuburg sowie der Frauenbund Königsmoos.
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