Aichach-Blumenthal. Frisch, spritzig, authentisch und stimmgewaltig sind die Vivid Curls. Bei ihrem Auftritt im Blumenthaler Hochzeitssaal am Freitagabend begeisterten die "lebendigen Locken" mit ihrem Charme und ihren selbst komponierten Liedern im Allgäuer Dialekt.

Aichach-Blumenthal. Frisch, spritzig, authentisch und stimmgewaltig sind die Vivid Curls. Bei ihrem Auftritt im Blumenthaler Hochzeitssaal am Freitagabend begeisterten die "lebendigen Locken", so die deutsche Übersetzung des Namens, mit ihrem Charme und ihren selbst komponierten Liedern im Allgäuer Dialekt.
Zugegeben, die meisten der knapp 30 Zuhörer brauchten erst mal eine Zeitlang, um sich in die schwäbische Mundart einzuhören. Aber selbst wer nicht alles verstand, kam an dem Abend trotzdem auf seine Kosten - ob beim rockigen "Emanzenkracher" oder der einfühlsamen Ballade "Allgäu", bei der die beiden davon schwärmen, wie schön es ist "mit nackige Fias im Gras zu flacke".
Vivid Curls, das sind Inka Kuchler und Irene Schindele, zwei Liedermacherinnen aus dem Allgäu, die sich der Musik und dem Dialekt verschrieben haben. Vor fast acht Jahren, als die beiden ihren gemeinsamen musikalischen Weg begannen, sangen sie bei ihren Konzerten vor allem Lieder von Melissa Etheridge, Alanis Morisette oder den Beatles.
Inzwischen setzen die beiden aber selbstbewusst auf ihre Eigenkompositionen, die sie fast ausschließlich im Allgäuer Dialekt singen. Weil in ihrer vertrauten Mundart die persönlichsten Texte entstehen würden und sie ihren "heiß geliebten Dialekt vorm Aussterben bewahren möchten", begründen die beiden Musikerinnen ihr Engagement. Ganz abgesehen davon, dass allgäuerisch einfach sexy klinge, finden die Vivid Curls.
In ihren Texten verarbeiten die beiden ihre Erlebnisse und Eindrücke. In "Gloifl" singen sie von den vielen Schwätzern, denen sie in der Musikbranche schon begegnet sind. Vom Durchhalten handelt "Der Weg ist lang", und um einen persönlichen Verlust geht es bei "Obwohl i di liab". Engagiert setzen sie sich in ihren Liedern für die Natur und gegen soziale Missstände ein.
Nur mit der Gitarre, ohne irgendwelche technischen Hilfen, steht das Duo vor dem Publikum. Gerade deshalb kommen ihre Stimmen und ihre Ausstrahlung besonders gut zur Geltung.
Als Frau werde man in der Branche von vielen belächelt, erzählen die beiden. Besonders stolz sind sie deshalb darauf, dass sie für den Deutschen Rock- und Pop-Preis 2010 nominiert sind. Nach dem Anhören von über 800 Bewerbungen hatte die Jury beschlossen, das Allgäuer Duo mit einem der drei ersten Plätze in der Kategorie "Beste Popgesangsgruppe" auszuzeichnen.
Im Allgäu sind die beiden zierlichen Liedermacherinnen schon zu einer festen musikalischen Größe geworden. Haben es mit ihrem Weihnachtslied "Christkind fliag" sogar deutschlandweit in Radiosender geschafft.
In Blumenthal haben sich sowohl das Publikum als auch die beiden Sängerinnen sehr wohlgefühlt. "Es war ein besonders schöner Abend", sagten die beiden und erfüllten als Zugabe noch Musikwünsche der Gäste.
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