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Trendsport: "Drums Alive" kommt auch in der Region an

Trendsport

"Drums Alive" kommt auch in der Region an

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    Gruppendynamik in der Hollenbacher Turnhalle: Alle Frauen bewegen sich und ihre Stöcke zu fetzigen Rhythmen und vorgegebenen Schrittkombinationen. Indem sie mit Trommelsticks auf die großen, roten Pezzibälle schlagen, trainieren sie unter anderem das Herz-Kreislauf-System und regen Durchblutung sowie Fettverbrennung an.
    Gruppendynamik in der Hollenbacher Turnhalle: Alle Frauen bewegen sich und ihre Stöcke zu fetzigen Rhythmen und vorgegebenen Schrittkombinationen. Indem sie mit Trommelsticks auf die großen, roten Pezzibälle schlagen, trainieren sie unter anderem das Herz-Kreislauf-System und regen Durchblutung sowie Fettverbrennung an. Foto: Evelin Grauer

    Alle drehen sich zwei Schritte nach rechts, dann noch mal zwei Schritte, schlagen mit ihren Trommelstöcken auf einen Pezziball und drehen sich wieder zurück – alle außer mir. Ich stehe nur da und schaue zu, es geht mir alles viel zu schnell. Dann schlagen die Frauen abwechselnd auf ihren eigenen Ball, den Ball hinter ihnen, den Ball neben ihnen und heben zur Krönung die Arme und lassen die Stöcke über ihrem Kopf lautstark kreuzen. Die Stöcke, die immer mit ein paar Sekunden Verspätung zusammenkrachen, sind meine. Aller Anfang ist schwer. Spaß macht Drums Alive trotzdem.

    Am Anfang sind immer wieder Stöcke durch die Halle geflogen oder den Trommlerinnen die Bälle ausgekommen. Jetzt sind die rund 30 Frauen, die sich beim TSV Hollenbach in der neuen Trendsportart Drums Alive (zu Deutsch: lebende Trommeln) üben, aber schon fast richtige Profis. Stöcke oder Bälle fliegen nur noch durch die Halle, wenn Neue dazukommen, aber das stört hier keinen.

    Die Schrittfolgen bei Drums Alive ähneln Aerobic-Übungen – mit dem Unterschied, dass alle Teilnehmer zwei Trommelstöcke in den Händen halten und je nach Rhythmus der Musik auf einen Pezziball schlagen. Damit Letzterer nicht davon kann, wird er auf speziellen Plastiktellern oder auch umgedrehten Steppbrettern fixiert. Das gemeinschaftliche Trommeln verwandelt die Sporthalle der Hollenbacher Grundschule in einen stimmungsvollen Konzertsaal.

    Übungsleiterin Petra Kucharek macht die Schritte einmal vor, schaltet die passende Musik ein und los geht’s. Seit Dezember baut die 40-Jährige in die normalen Gymnastikstunden immer wieder halbstündige Drums-Alive-Abschnitte ein. Der Großteil der Frauen ist von der neuen, dynamischen Sportart begeistert, auch wenn das nicht alle von Anfang an waren. „Es dauert einige Zeit, bis man mitkommt“, sagt eine der sportelnden Frauen. Auch Gymnastik-Abteilungsleiterin Maria Pitschi gibt zu: „Manchmal gehe ich statt nach links nach rechts und umgekehrt.“ Man müsse bei dieser Sportart einfach mitdenken, sagt sie, schwärmt aber in höchsten Tönen von den flotten „Tänzen“.

    Gerade die Mischung aus Konditions- und Koordinationstraining ist es, die Kucharek in diese Sportart hineingezogen hat. Die Bilanzbuchhalterin glaubt vor allem, dass sich Ältere mit den Bewegungen gut fit halten und ihre Motorik trainieren können. Die älteste Teilnehmerin in Hollenbach ist 66 Jahre alt, die Jüngsten um die 30 Jahre. Kucharek hat Drums Alive bei ihrer Ausbildung zur Übungsleiterin kennengelernt.Um es selbst offiziell lehren zu dürfen, muss ein weiteres Seminar belegt werden, das die Hollenbacherin bei der Erfinderin der Sportart, Carrie Ekins, absolvierte. „Sie hat unglaublich viel Power und ein Temperament ähnlich wie Tina Turner“, erzählt Kucharek. Das Besondere an Drums Alive sei auch das Gruppenerlebnis, wenn alle zusammen die gleichen Bewegungen machten. Auch bei Kindern kommt das sportliche Trommeln gut an. Die Move&Fun-Gruppe des TSV Hollenbach, eine Mädchentruppe, wird auf der WI-LA Kostproben der Sportart geben.

    Immer wieder erobern Trendsportarten – nicht selten aus den USA – die Turnhallen im Landkreis. Auch der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) bietet in seinen Lehrgängen Einblicke in solche Sportarten an. „Wir gehen sehr offen mit diesen Sportarten um“, sagt BLSV-Kreisvorsitzende Brigitte Laske. Der Verband prüfe aber stets, ob das Angebot sinnvoll sei.Beim heutigen Lehrgang in Adelzhausen geht es zwar nicht um Drums Alive, dafür aber um andere moderne Entwicklungen wie „Stepp-Mix“: einfache Steppvariationen, kombiniert mit Krafttraining mit dem Theraband. Beim Lehrgang der Bayerischen Sportjugend kürzlich in Pöttmes standen die „lebenden Trommeln“ aber auf dem Programm. So dürften sie sich im Landkreis schätzungsweise bald weiterhin vermehren.

    Gegen Ende der Übungsstunde komme ich mit den wilden Stöcken und den fetzigen Rhythmen schon etwas besser zurecht. Bis, ja bis das Lied „We will rock you“ (im Original von Queen) aus dem Lautsprecher donnert. Wir schlagen oben auf den Ball, gehen leicht in die Knie, schlagen auf die Seite, gehen weiter in die Knie, schlagen weiter unten auf die Seite und gehen schließlich so weit in die Knie, bis wir mit den Stöcken auf den Boden kommen. Das machen wir dann so lange, bis das Lied zu Ende ist, aber dieses Lied will einfach nicht enden. Der Muskelkater am nächsten Tag gibt deutlich Zeugnis davon.

    Drums Alive in Kürze

    Was ist das? Drums Alive kombiniert traditionelle Aerobic-Elemente mit Trommelbewegungen. Diese werden dadurch erzeugt, dass zu Musik mit Trommelsticks auf Pezzibälle „geschlagen“ wird.

    Wer hat’s erfunden? Erfinderin ist die Amerikanerin Carrie Ekins, die seit 1991 in Deutschland lebt. Sie hat den Mastersgrad in Sportwissenschaft/Tanz und Sportmedizin. Sie ist Autorin und Mitbegründerin von diversen Fitness-Programmen.

    Was bringt es? Laut Vertretern der Sportart steigert Drums Alive die physische und mentale Fitness. So soll unter anderem das Herz-Kreislauf-System, die Durchblutung und die Fettverbrennung gefördert werden. Weitere positive Aspekte seien Stress- und Agressionsabbau und die Stärkung der Sensomotorik.

    Wer macht es? Grundsätzlich ist die Sportart für alle Menschen gedacht. Besonders gute Wirkungen könnten jedoch erzielt werden bei: geistig und physisch behinderten Kindern, Kindern und Erwachsenen mit Aggressionsproblemen, älteren Bürgern und Patienten mit der Parkinsonschen Krankheit, Alzheimer oder nach einem Schlaganfall. (ull) Quelle: Homepage Drums Alive

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