Hollenbach Vor knapp 200 Besuchern feierte die Krebsbachtaler Dorfbühne Hollenbach im ausverkauften Pfarrzentrum St. Peter und Paul eine fabelhafte Premiere des Volkstheaters „Der bayerische Protectulus“ aus der Feder von Peter Landstorfer. Unter die Gäste mischten sich zahlreiche Theaterkollegen aus den umliegenden Vereinen, sogar aus Gersthofen kam eine größere Besucherschar.
Sie dürften mit dem bayerischen Dialekt besser zurechtgekommen sein als Ehrengast Pater Joji John, der nach eigenen Aussagen etwa die Hälfte des Gesprochenen verstand. „Aber ich muss nicht alles verstehen“, so Hollenbachs indischer Pater, der sich zumindest über einige mitgelieferte Übersetzungen, beispielsweise die der „Trockengrasvioline“ hinwegtrösten konnte. Ansonsten aber amüsierte sich der Geistliche ebenso wie alle anderen Anwesenden köstlich und sah tolle schauspielerische Darbietungen.
Die Geschichte, die sich noch bis vor wenigen Jahrzehnten, in jedem kleinen bayerischen Dorf durchaus so zugetragen haben könnte, ist schnell erzählt. Bauer Gustl Moarhofer, grandios von Anton Baur verkörpert, und sein Kumpel Bartl Brunnleitner (Achim Etzel) finden bei ihren Ehefrauen Vroni (Andrea Kistler) und Finni (Susi Panter-Bretz) fadenscheinige Ausreden, um ihrem Hobby, dem Kartln beim Jägerwirt, frönen zu können. Beide Männer leiden unter ihren resoluten besseren Hälften und müssen nach ihren nächtlichen Touren einige Schikanen, bis hin zu kleineren Blessuren über sich ergehen lassen.
Gustl hat eine regelrechte Pechsträhne, als er an den gewieften Viehhändler Greinmoser (Matthias Göttler) einen Ochsen verspielt. Weil die vermeintlich klug ausgetüftelte Rückgewinnaktion kläglich scheitert und plötzlich auch noch nachteilige Immobiliengeschichten dazukommen, ist Gustl völlig am Ende. Sogar seine Tage auf dem Hof scheinen gezählt.
Der mitfühlende Zuschauer freut sich regelrecht über die Ankunft von dessen Schutzengel Protectulus – mit all seinen Fähigkeiten und Unzulänglichkeiten. Nach anfänglicher Eingewöhnungsphase und einer ordentlichen Stärkung in flüssiger Form läuft der himmlische Bote zu Bestform auf und löst die Verstrickungen auf höchst spektakuläre Weise auf.
Eine Männer suchende Magd namens Sophi (Martina Spar), ein äußerst pflichtbewusster aber stets unerwünschter Gast und Gmoaschreiber Blasius (Andreas Penzes), heilige Versprechen, Eifersuchtsszenen oder schallende Ohrfeigen kennzeichnen den weiteren Verlauf der wortwitzigen Komödie, die freilich ein gutes Ende nimmt. Im Zuschauerraum schlagen am Ende viele Herzen für den heldenreichen Schutzengel, doch denen, die Protectulus am liebsten mit nach Hause nehmen würden, hält er entgegen: Man sollte sich nicht zu sehr auf ihn verlassen. Dann macht er sich mit einem lapidaren „Gute Nacht“ auf und davon.
Sämtliche Akteure der Komödie, egal ob weiblich oder männlich, bestechen durch Mimik und Textsicherheit und begeistern mit deftig vorgetragenen Pointen. Ständiger Szenen- und minutenlanger Schlussapplaus stellten sich bei so viel Bühnenpower automatisch ein.
Termine Weitere Aufführungen sind am Samstag, 31. März, und Sonntag, 1. April, jeweils ab 19.30 Uhr im Hollenbacher Pfarrzentrum. Kartenvorbestellungen sind möglich bei Ingrid Beck, Telefon 08257/990704, von Montag bis Mittwoch zwischen 18 und 19 Uhr.