Freitag, 15. Dezember 2017

16. August 2010 05:02 Uhr

Ein Strudel von Grund- und Sickerwasser

Hegnenbach/Landkreis Die Hausmülldeponie bei Hegnenbach im nordwestlichsten Winkel des Landkreises wird wohl bis Jahresende 2012 verfüllt sein. Dann sind dort 640 000 Kubikmeter Abfall abgelagert. An der Frage, ob und wenn ja welche Belastungen dies für die Umwelt und das Grundwasser bedeutet, gibt es seit Jahren heftige Diskussion zwischen dem Betreiber, dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises, sowie den Fachbehörden auf der einen und der örtlichen Bürgerinitiative auf der anderen Seite.

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Die Deponie Hegnenbach sorgt für Wirbel. Archivfoto: Marcus Merk

Aktuell geht es um Folgendes: Das Labor Dr. Blasy/Dr. Busse, das seit Jahren die Sicker- und Grundwasser analysiert, hatte Mitte Juni dem Werkausschuss seinen Jahresbericht vorgelegt. Dieser wurde anschließend an das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth (WWA) zur fachlichen Bewertung gegeben. Das Fazit fasste Günther Prestele, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes, in der folgenden Werkausschusssitzung zusammen: "Bei den Grundwasserständen waren im Berichtsjahr trotz einiger Schwankungen keine wesentlichen Veränderungen festzustellen. Bei der zusammenfassenden Bewertung der Befunde in der Grundwasserüberwachung ergeben sich aus wasserwirtschaftlicher Sicht im Jahr 2009, wie bisher, keine Hinweise auf eine Beeinflussung der Grundwasserqualität durch den Deponiebetrieb bzw. keine Hinweise für eine Undichtigkeit der Deponie Hegnenbach."

Chloridkonzentration steigt

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Auffällig sei jedoch seit 2005 der Anstieg der Chloridkonzentration im Sickerwasser, die 2009 "auf dem hohen Niveau der Vorjahre konstant geblieben ist. Die Ursachenforschung führte bisher noch zu keinem Ergebnis". Im ersten Halbjahr 2010 sei jedoch die Leitfähigkeit des Sickerwassers um über ein Drittel auf unter 20 000 mS/cm gefallen, so Prestele weiter.

Die fehlende Dokumentation der wöchentlichen Eigenuntersuchungen des Sickerwassers, was vom WWA bemängelt wurde, sei inzwischen nachgereicht. Die Werte des Oberflächenwassers, 2009 halbjährlich untersucht, seien "insgesamt unauffällig". Fazit des Werkleiters: "Die Bewertung des WWA bestätigt, dass 2009 vom Deponiebetrieb keine Beeinträchtigungen für das Grundwasser ausgegangen sind und die Basisabdichtung voll funktionsfähig gewesen ist." Doch die Geschichte geht weiter, denn die BI hatte ihren eigenen Gutachter, das Geowissenschaftliche Büro Dr. Otto Heimbucher (Nürnberg), ebenfalls zu einer Bewertung der hydrochemischen Überwachungsergebnisse 2005-2009 aufgefordert. Dieses Fazit liest sich ganz anders: "Die Verhältnisse an der Hausmülldeponie sind seit Jahren sehr unübersichtlich. Gerade die hydrogeologischen Verhältnisse bedürfen dringend der Klärung. Auch in den regelmäßigen Grund- und Sickerwasseruntersuchungen werden immer wieder Auffälligkeiten, wie z. B. die Überschreitung der Auslöseschwellenwerte für Chlorid oder Spuren von PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe), festgestellt."

Für Heimbucher sind dies Hinweise auf eine vom Menschen verursachte Beeinflussung des Grundwassers im näheren Umfeld der Deponie. Mögliche Quelle dafür könnte die Deponie sein, "auch wenn dies von offizieller Seite von vornherein ausgeschlossen wird".

Der Diplomgeologe leitet daraus einige Forderungen ab: Strömungsverhältnisse im Umfeld der Deponie großräumig ermitteln, zusätzliche Messstellen, untaugliche durch neue ersetzen und vor allem: endlich das lange geforderte dreidimensionale Grundwassermodell für den Deponiestandort und sein weiteres Umfeld erstellen. Jetzt kommt's: Die BI schickte Heimbuchers Gutachten an das Wasserwirtschaftsamt mit Bitte um eine detaillierte Stellungnahme. Doch das WWA lehnte dies ab unter Hinweis auf seine bisherigen Stellungnahmen. Wenn, dann sei dafür der Abfallwirtschaftsbetrieb zuständig. Sehr zum Ärger von Prestele: "Da macht es sich das Wasserwirtschaftsamt sehr leicht." Zumal der Abfallwirtschaftsbetrieb als Betreiber der Deponie ja Partei sei. Es wäre sinnvoll, wenn das WWA Flagge zeigen würde.

So sah es dann auch der Werkausschuss, weshalb jetzt das WWA ausdrücklich zur Stellungnahme aufgefordert wird. Während CSU-Sprecher Jürgen Schantin ("Wir tun doch wirklich alles.") die Forderungen der BI manchmal überzogen fand, kritisierte FW-Fraktionschef Bernhard Hannemann das Wasserwirtschaftsamt: "Solche Schreiben vergiften nicht das Wasser, sondern das Klima."

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