Wieder einmal gab das Schorner Schloss den idealen Rahmen für die zur Tradition gewordene „Bayerische Weihnacht“, die innig und bewegend auf das große Fest einstimmte. Im Rahmen der Mozartiade lockte dieser musikalische Leckerbissen in diesem Jahr über 50 Gäste in den gemütlichen Salon von Baron von Herman und seiner Gattin Ludwiga Baronin von Herman, wo man sich wohlig warm dem Besinnlichen hingeben konnte.
Bernhard Häußler, Organisator der Mozartiade mit dem Wunsch, „Kultur, Natur und Musik in Einklang zu bringen“, kam der Gastfreundschaft der Schlossherren mit einem ausgesucht feinen musikalischen Programm entgegen. Die Prielbergmusi aus Petershausen und der Dreigesang Rosabella aus der Freisinger Gegend sind Profis in Sachen weihnachtliches Musizieren und Singen und weit über die jeweiligen Landkreise hinaus bekannt. Sie umrahmten und begleiteten die Geschichte um das bekannteste Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“, die Bernhard Häußler und Gerald Lindner wortreich nachvollzogen.
Viele tragische Umstände, aber auch glückliche Zufälle im Leben des Hilfspriesters Joseph Mohr und des Organisten Franz Xaver Gruber mussten zusammenwirken, um aus Mohrs ursprünglichem Gedicht einen weihnachtlichen „Welthit“ zu machen. Am 24. Dezember 1818 übergab der damals 26-jährige Joseph Mohr aus Wagrain im Salzburger Land dem Organisten, Mesner und Schullehrer Franz Xaver Gruber den Text mit der Bitte um Vertonung. Noch am gleichen Abend wurde das Lied im Rahmen der Christmette in Oberndorf gesungen: „Mohr sang Tenor und übernahm die Begleitung mit der Gitarre, Gruber sang Bass. Das Lied fand bei der Bevölkerung allgemeinen Beifall“.
Im Schorner Schloss durften die Gäste das Lied am Ende selbst mitsingen, doch zuvor erlebte man im gelungenen musikalischen Zusammenspiel der Künstler fast hautnah, wie es sonst im Leben der beiden Protagonisten zuging. Stimmlich differenziert leisteten das Maria Meidinger, Annette Staudt und Susanne Tluck-Meidinger vom Dreigesang Rosabella, die auch bekannten Melodien eine eigene Innigkeit verliehen.
Gleiches gilt für die professionell aufspielende Prielbergmusi, die mit Hackbrett (Ilona Seidel), Gitarre (Sonja Ebert) und Geige (Eugen Tluck) über ein abwechslungsreiches Repertoire verfügt und Stubenmusik vom Feinsten bot.
Vom Feinsten waren ebenfalls die Bratäpfel samt Glühwein, die am Ende der Vorstellung auf andere Art mit dazu beitrugen, dass die Gäste mit „brennendem Herzen“, so Ludwiga Baronin von Herman, den Heimweg antraten.