Skeptisch beäugt dort der kleine Raphael Egg den Nikolaus. Zum ersten Mal sehe der eineinhalbjährige Bub den Nikolaus, erklärt die Mutter seinen beeindruckten Gesichtsausdruck. Wenige Meter daneben warten weitaus ungewöhnlichere Gestalten auf die Besucher: lebende Christbäume.
In hell- und dunkelgrünem Samt, behängt mit Christbaumkugeln und bunten Lichterketten fordern Stefan Gesell und Christian Görtz die Leute auf, ihnen an die Zweige zu gehen. Sozusagen. Denn gegen eine kleine Spende für den Förderverein der Mittelschule Aichach dürfen die Besucher zur Schere greifen und Schmuck abschneiden. Angst vor ihnen hätten die Kinder nicht, sagt Fördervereinsvorsitzender Gesell, "aber wir Christbäume haben Angst vor Hunden".
Unter der Verkleidung ist es schön warm
Immerhin ist den beiden Männern schön warm unter ihrer Verkleidung. Andere halten ihre Handflächen in Richtung der beiden Feuerstellen am Schlossplatz oder umklammern damit eine Tasse duftenden Punsches.
Einen weiteren warmen Platz bietet das Zelt der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) Aichach. Darin sitzen Samuel und David Ziegler am Basteltisch und schneiden Kreise aus Papier. Mit der Hilfe von Carolin Kern und Anna Grinzinger von der KJG sowie Vater Andreas Ziegler gelingen den Buben schöne Schneemänner. Mutter Sandra gefällt am Alternativen Christkindlmarkt das Programm für Kinder. Ihr Mann stimmt zu: "Für Kinder ist was geboten und sie können aktiv mitmachen." Zudem seien die Stände und Aktionen ja auch für einen guten Zweck.
Das gefällt auch Silke Boje, die ihren beiden Söhnen beim Plätzchen- backen am Stand der Caritas Tagesstätte zusieht. Helfen Sören und Björn denn daheim auch so fleißig? "Nein", antworten die Buben gleichzeitig und konzentrieren sich wieder auf den Teig. Einen Abstecher zum Stadtplatz will die Familie danach auch noch machen.
Dort lächelt Alexander Schnabel aus einer Bude mit knallbunten Wollsachen die Besucher an. Er freut sich über die winterliche Kälte und den Schnee. Denn die seien gut fürs Geschäft und passten besser zur vorweihnachtlichen Stimmung. Zum vierten Mal hat Schnabel einen Stand am Stadtplatz und ist zufrieden: "Bei den Augsburgern sagt man, die sind geizig, bei den Aichachern habe ich das nicht bemerkt."
Heiße Maroni verkaufen sich gut
An Bratwürsten, Crêpes und Glühwein scheinen sie am gestrigen ersten Adventssonntag jedenfalls nicht zu sparen. Auch die heißen Maroni verkaufen sich gut neben dem Rathaus. Die dampfenden Früchte wirft Maximilian Birzele mit bloßer Hand in die Tüte. Nicht nur ihr Duft zieht durch die Gassen, sondern auch viele Besucher.
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