Die Situation im Kreis145 Asylbewerber leben aktuell im Wittelsbacher Land. Allein 49 von ihnen sind im Aichacher Stadtteil Unterwittelsbach im Sisi-Hotel untergebracht, das maximal mit 63 Flüchtlingen belegt werden kann. Nun soll auch in Friedberg eine größere Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 70 Asylbewerber entstehen.
Geplant ist ein Neubau in Modulbauweise für maximal 70 Menschen westlich der Afrastraße auf einem städtischen Grundstück. Die Stadt hat gegenüber dem Landkreis ihre Bereitschaft erklärt, die Fläche von etwa 2500 Quadratmetern dem Freistaat für eine Asylbewerberunterkunft zu verpachten. Bauherr und Betreiber wäre der Landkreis. Wobei nach zehn Jahren ein vollständiger Rückbau erfolgen soll.
In nichtöffentlicher Sitzung hat der Stadtrat vor kurzem mit großer Mehrheit entschieden, das Grundstück zur Verfügung zu stellen. Danach haben sich die Pläne in der Nachbarschaft herumgesprochen und für Aufregung gesorgt. Insbesondere wegen der Größenordnung sei man in dem benachbarten Wohnviertel „äußerst beunruhigt“, sagt ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden will. Dass Informationen aus der nichtöffentlichen Sitzung vorab an die Öffentlichkeit gedrungen sind, kritisierte Bürgermeister Peter Bergmair am Rande der jüngsten Ratssitzung scharf. Offenbar hatte ein Stadtratsmitglied vertrauliche Sitzungsunterlagen an Anwohner weitergegeben – ein Verstoß gegen die Gemeindeordnung.
Von anderen bestehenden Asylunterkünften im Landkreis weiß Pressesprecher Wolfgang Müller vom Landratsamt, dass sich viele vorab geäußerten Bedenken als unbegründet herausgestellt haben: „Der Betrieb läuft völlig reibungslos.“ Die Zahl der Flüchtlinge wird in den nächsten Monaten weiter steigen. Davon geht man sowohl bei der Regierung von Schwaben als auch im Landratsamt aus. Damit wird der Platz knapp in den bestehenden Unterkünften. Der Landkreis sucht deshalb immer noch nach dezentralen Unterkünften überall im Landkreis, so Müller.
Wie Karlheinz Meyer, Sprecher der Regierung von Schwaben, berichtet, kommen mit Abstand die meisten Flüchtlinge derzeit aus Afghanistan. Danach folgen Syrien, Nigeria, Iran und Pakistan vor weiteren Ländern. Ob und wann die Unterkunft an der Afrastraße in Friedberg kommt, hängt vom Bauleitplanverfahren ab. Weil sich das Bauwerk schnell verwirklichen lässt, wäre für Pressesprecher Müller vom Landratsamt eine Inbetriebnahme noch in diesem Jahr denkbar.
Infoveranstaltung Landkreis und Stadt werden am Dienstag, 30. April, um 19.30 Uhr in Friedberg über die geplante Asylbewerberunterkunft informieren. Wegen des zu erwartenden großen Andrangs findet sie statt in der Rotkreuzzentrale in der Hans-Seemüller-Straße 1 in der neuen Schulmensa, Aichacher Straße 5, statt. Dazu sind alle Interessierten willkommen.