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Aichach: Gnadenlos deftige Sprüche für das Publikum

Aichach

Gnadenlos deftige Sprüche für das Publikum

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    Mitten in den Publikumsreihen derbleckt Hubert Mittermeier alias Erdäpfekraut alles und jeden. Keiner kann sich vor ihm verstecken, wenn er spontan und aus dem Stegreif zur Belustigung aller seine kernigen Sprüche im humorvollen Dreivierteltakt zum Besten gibt. Fotos: Carmen Kreutmeier
    Mitten in den Publikumsreihen derbleckt Hubert Mittermeier alias Erdäpfekraut alles und jeden. Keiner kann sich vor ihm verstecken, wenn er spontan und aus dem Stegreif zur Belustigung aller seine kernigen Sprüche im humorvollen Dreivierteltakt zum Besten gibt. Fotos: Carmen Kreutmeier

    Die 450 Zuhörer im Aichacher Pfarrzentrum mussten sich am Samstagabend einiges anhören. Frech g'stanzlte Hochzeitslader Hubert Mittermeier alias "Erdäpfekraut", der als Moderator das Zepter in der Hand hatte, alles in Grund und Boden, was nicht bis drei auf den Bäumen war. "Jo mei, wie schaugstn du heit wieder aus?" schallte es im Dreivierteltakt durch den Saal. Keiner war vor ihm sicher, auch wenn manche sich noch so duckten.

    Schamesröte im Gesicht und schadenfroh-schallendes Gelächter

    Er fand seine Opfer mitten in den Sitzreihen und derbleckte sie mit spitzbübischem Augenzwinkern und seinen gnadenlos deftigen Sprüchen. Diese trieben so manchem die sichtbare Schamesröte ins Gesicht, sorgten aber bei den anderen Zuhörern, die in diesem Moment gerade ungeschoren davonkamen, für schadenfroh-schallendes Gelächter.

    Nach dem gemeinsamen Einmarsch spielten "de 3 Boarischen" mit Siegfried Wittmann, Joachim Huber und Hans Kaiser gleich zünftig auf und der ganze Saal klatschte sofort begeistert mit. Sie begleiteten den ganzen Abend die Gstanzlsänger und das Programm.

    Die Geschwister Reitberger, Christine (Hammer) und Michaela (Lederer), ließen ihren Bruder Bernhard nach eigener Aussage absichtlich zu Hause, damit das Frau-Mann-Verhältnis des Abends nicht ins Wanken kam und verzauberten das Publikum mit ihren stimmigen, glockenreinen Gesangseinlagen. Dabei hatten sie einen Bildungsauftrag in Sachen Adams Rippen und Eva und "dumme Männer", deshalb sollten Frauen auch lieber "an oalten Mo" heiraten, so ihr Rat.

    Im Bibione-Urlaub in Italien fallen "de dumma Deifi" - das sind Wolfgang Glas und Bernhard Dallinger - ihre Lieder ein. Mit handgemachten Geschichten wie "buongiorno Italia alles in deutscher Hand" ließen sie nicht nur Urlauber, sondern auch die Behörden schlecht aussehen. Mit heißen Flamenco-Rhythmen samt Spanischkurs und "Olé"-Rufen heizten sie den Zuschauern gehörig ein.

    Auch das bayerische "Urviech", Hochzeitslader und Gstanzlsänger Jakob Paula aus Eiselsried bei Pöttmes brachte dem sich vor Lachen kringelnden Publikum Landshut am Chiemsee und schwarz wählende Ehefrauen nahe. Im Duett mit seinem Kollegen Hubert Mittermeier liefen sie beide zu Höchstform auf. Mittermeier trank eine Maß kurzerhand "ex", um sich sofort brav, aber frech grinsend beim anwesenden Polizeibeamten zu entschuldigen. Wären Pfarrer, Bürgermeister oder auch offenkundige Preußen im Publikum gewesen, sie hätten mit Sicherheit ebenfalls ihr Fett abbekommen.

    Erst nach vier Stunden sangen die Akteure den Schlussrefrain

    Das Programm der fünf Künstlerteams mit der Mischung aus kernigem Witz, Gstanzln, reichlich bayerischer Musik und deftiger Unterhaltung war genau das, was die Leute erleben wollten. Das Konzept ging auf, denn die Zuschauer lachten Tränen, entspannten bei der Musik und genossen den Abend im Pfarrzentrum sichtlich.

    "Geh, tausch ma's aus", hieß das freudige Motto nach sage und schreibe vier Stunden Spaß und Musik beim großen Finale aller Akteure auf der Bühne. Jeder der Akteure steuerte nochmals eigene Strophen bei. Beim gemeinsamen Refrain gab es schließlich vom Publikum stehende Ovationen.

    Eine begeisterte Besucherin freute sich wie viele andere beim Hinausgehen: "Ich hätte noch vier Stunden länger zuhören und mitlachen können. Zum nächsten ,Boarisch g'lacht' komme ich auf jeden Fall wieder."  

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