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Bauernverband: Herb ist der zweite Mann in Schwaben

Bauernverband

Herb ist der zweite Mann in Schwaben

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    Reinhard Herb
    Reinhard Herb

    Aichach-Friedberg Reinhard Herb macht kein Geheimnis daraus: Er wäre gerne neuer schwäbischer Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) geworden. Doch er scheiterte bei der Abstimmung mit 27:30 Stimmen knapp am Oberallgäuer Alfred Enderle (wir berichteten). Ein Beinbruch ist das für den 58-jährigen Sielenbacher dennoch nicht.

    Er habe ein gutes Verhältnis zu Enderle, sagt Herb. Der 40-Jährige habe ihn bereits gebeten, ihn tatkräftig zu unterstützen, insbesondere bei den Themen, die für Nordschwaben wichtig seien. Auch von der Versammlung wurde Herb dazu legitimiert. Er wurde nahezu einstimmig zum stellvertretenden Bezirkspräsidenten gewählt. Dass es nicht für den Chefposten gereicht hat, führt Herb darauf zurück, dass etliche der Wahlmänner aus Nordschwaben, die ihn wohl unterstützt hätten, fehlten – vermutlich aufgrund des guten Wetters. „Da sind die Ackerbauern auf die Felder gefahren“, so Herb.

    Die Landwirte in Schwaben seien, vereinfacht formuliert, zweigeteilt, erklärt Herb. Während es im Allgäu vorwiegend um die Milch gehe, spiele im nördlichen Schwaben die Nutztierhaltung und der Ackerbau eine größere Rolle. Herb selbst betreibt einen so genannten Veredelungsbetrieb mit Schweine-, Bullen- und Hähnchenmast. So heißen Betriebe, die den Hauptteil ihres Umsatzes mit Tieren bzw. Tierprodukten erzielen.

    Trotzdem treten die Bauern als Einheit auf – auch gegenüber der Politik. Herb will nach eigenen Angaben weiterhin seine Spezialgebiete bearbeiten. Neben der Veredelung liege ihm der Tierschutz am Herzen, insbesondere die praktische Umsetzung dessen ohne blinden Aktionismus. Ein Beispiel seien die Zuchtsauen: Sie müssen ab 2013 in Gruppen gehalten werden. Für viele Bauern bedeutet dies laut Herb aber Platzprobleme und unerfüllbare Auflagen. Für die Umsetzung derartiger Neuerungen müssten Übergangslösungen geschaffen werden, fordert der Sielenbacher.

    Im Januar ist Herb einstimmig für weitere fünf Jahre zum Obmann des Landkreises Aichach-Friedberg gewählt worden. Dabei sagte er, die Energiewende liege in den Händen der Landwirte. Deshalb könne man ihnen nicht die Vermaisung der Landschaft vorwerfen. Auf der anderen Seite betont Herb aber, die Energiewende könne nicht nur mit einer Frucht geschafft werden. Ziele seien daher der Ausbau der Fotovoltaikanlagen und die bessere Nutzung der Abwärme aus den Biogasanlagen. Hier gebe es viel zu tun.

    In höhere Ämter strebt Herb derzeit nicht, wie er sagt. Erst seit sein Sohn Richard voll in den Betrieb eingestiegen ist, habe er Zeit für das Ehrenamt. Seine größte Leidenschaft sei es aber nach wie vor, Bauer zu sein.

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