Aichach Die Wirtschaft in der Region ist im Aufschwung: Die Zinsen sind niedrig, die Investitionen hoch, die Arbeitslosigkeit auf einem Tiefststand. Und die Banken sorgen für das Schmiermittel der Wirtschaft – Kapital. Die verstärkte Nachfrage und das Wachstum spiegeln sich in der Bilanz 2011 der Filiale der Hypovereinsbank in Aichach wider: Das Geschäftsvolumen und insbesondere das Kreditvolumen seien im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, so Peter Fischer, Leiter der Aichacher Filiale.
Die Hypovereinsbank, bereits seit 1918 mit einem Vorläufer des heutigen Unternehmens in der Stadt vertreten, hat traditionell ein starkes Standbein im Geschäft mit Firmen und Selbstständigen. „Die Stimmung bei den Geschäftskunden ist gut“, sagt Carina Selig, Kundenbetreuerin für kleinere und mittlere Unternehmen. Investiert werde vor allem in Kapazitätserweiterungen, also für die Produktion. Ein großes Thema sei aber auch Energieeinsparung und Energieeffizienz, berichtet Selig. Die Firmen nutzten dafür insbesondere die öffentlich geförderten Sonderkredite. Investitionen in die Effizienz von Maschinen seien vor einigen Jahren kaum nachgefragt. Das hat sich grundlegend gewandelt, nicht zuletzt durch die steigenden Energiepreise.
Im Privatkundengeschäft stand 2011 das Thema Sicherheit im Vordergrund, sagt Peter Fischer. Was rät er Kunden, die durch die Staatsschuldenkrise verunsichert sind und um die Stabilität des Geldes und ihre Ersparnisse bangen? „Ich rate dazu, auf das richtige Verhältnis zwischen Geld- und Sachwerten zu achten.“ Das tun die Kunden offenbar und das zeigt sich am offensichtlichsten im Immobilienaufschwung.
Kredite von Privatkunden gehen zum Großteil in die eigene Wohnung oder ins eigene Haus. Sparer investieren ihr Geld in die Sanierung oder Aufwertung ihrer Immobilie. Derzeit herrsche eine außergewöhnliche Situation: Die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen sei enorm hoch und der Zins historisch niedrig. Der Markt sei geradezu leer gefegt. Wer in der Region bleiben will und daran denkt, sein Haus zu verkaufen, schreckt zurück. Der Verkauf ist nahezu kein Problem. Ein neues Haus oder gar die Wunschimmobilie zu bekommen sei sehr schwierig, beschreibt Fischer.
Spezialisten beraten per Videokonferenz
Insgesamt betreut die Filiale 4300 Privat- und Geschäftskunden aus dem nördlichen Teil des Wittelsbacher Landes und dem Altlandkreis Aichach. In der Beratung will die Bank neue technische Wege gehen. Wenn beispielsweise Fachfragen zu einer Baufinanzierung besprochen werden, kann ein Immobilienspezialist aus der Zentrale des Unternehmens per Videokonferenz auf dem Bildschirm in die Filiale am Stadtplatz dazugeholt werden. „Das erhöht unsere Beratungskompetenz“, sagt Fischer.