Donnerstag, 26. Mai 2016

07. Dezember 2014 09:00 Uhr

Landwirtschaft

Ist ein Spritzmittel wirklich nicht giftig?

Das Totalherbizid Glyphosat, beispielsweise als „Round Up“ auch im „Hausgebrauch“ auf die Kieseinfahrt gesprüht wird , sorgt für Tiertragödien und kann auch für Menschen gefährlich sein.

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Das Totalherbizid Glyphoat wird nicht nur in der Landwirtschaft, wie beim Getreideanbau, eingesetzt, sondern auch im Garten.

Dieses „Spritzmittel“ ist omnipräsent: „Glyphosat ist in aller Munde und in aller Urin nachzuweisen“, so begrüßte Stephan Kreppold für die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe die über 170 Zuhörer im Bauernmarkt Dasing. Nachzuweisen? Und was soll’s? Das Totalherbizid (bekannteste Marke: Round Up) ist ja nicht für den Menschen gefährlich, werden viele sagen. Denn, egal ob im Garten, auf dem Kiesweg zur Garage, im Hof, auf Wiese oder Acker, Glyphosat hat praktisch jeder schon angewandt. In Deutschland allein waren es 2010 immerhin 5359 Tonnen, weil es eben als ungiftig für Mensch und Tier galt – bis die inzwischen emeritierte Professorin Dr. Monika Krüger ihre wissenschaftlichen Untersuchungen an der Uni Leipzig und im Institut für Bakteriologie und Mykologie veröffentlichte.

Knapp 43 Jahre lang arbeitete sie als Tierärztin, wurde zu ökonomischen Katastrophen wie auch zu Tiertragödien gerufen. Ihr Rat wird gesucht, vor wie nach ihrer Emeritierung. Wie etwa von jenem dänischen Ferkelerzeuger, der unlängst 38 tote Ferkel tiefgefroren an sie übersandte. Die Bilder sind schockierend. Ferkel ohne Vorderextremitäten, Ferkel mit Loch im Kopf, Ferkel mit Zyklopenauge (ein Auge in der Mitte). „Eines“, so Krüger, „hatten die qualvoll nach der Geburt verendeten Tiere gemeinsam: Glyphosatwerte in den Organen zwischen 7,7 und 9,9 Nanogramm pro Gramm Gewebe.“

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Was macht die Giftigkeit von Glyphosat aus? Es wirkt antibiotisch auf jene Bakterien, die Lebewesen und Pflanzen zur Aufschlüsselung der Nahrung brauchen. Länger ist laut Krüger jene Liste von schädlichen Bakterien, die sich als resistent gegen Glyphosat erweisen. Glyphosat fördere mit dem Schwund der Helfer-Bakterien im Boden den Humusabbau und im Verdauungstrakt von Mensch und Tier gefährliche Keime und Pilzsporen. Die wichtigen Bakterien bewerkstelligen die Versorgung mit B-Vitaminen und Vitamin K. Der lebenswichtige Cocktail fehlt bei chronischer Glyphosatvergiftung. „Die Tiere bluten aus der Nase und aus der Harnblase“, stellte Krüger fest. Eine gefährliche, hochgiftige Erregergruppe habe nun leichtes Spiel: Botulinum A, B, C, D. Krüger berichtet von „chronischem Botulismus infolge einer dauernden Glyphosatvergiftung“. Bilder aus einer Rinderherde in Sachsen belegen ihre Aussage: „Wir haben 15 Tiere in der Tierkörperverwertung euthanasiert und anschließend untersucht. Der Blinddarm der Tiere war vollkommen befallen von Botulinum. Die Labmägen waren von Pilzen befallen.“

Weiteres Szenario: Infolge der im Ackerboden weniger wirksamen positiven Bakterien hätten sogenannte Fusarien leichteres Spiel. Die äußerst giftigen Pilze und ihre Sporen befallen und töten Pflanzen und werden zunehmend ein Problem in der konventionellen Landwirtschaft. Der massive Anstieg von Mykoziden (pilztötende Spritzmittel) in den zurückliegenden zwei Dekaden deckt sich mit Forschungsergebnissen Krügers und ihrer Studenten. Andere Forscher hatten herausgefunden, dass der Glyphosatwert im Blut sechs Stunden nach Aufnahme am höchsten ist, dann aber mit einer Halbwertszeit von 14,4 Stunden abbaut.

Nicht abgebaut wird Glyphosat in Muskel-, Leber-, Nierengewebe, dort reichern sich die Werte sogar gefährlich an. Krügers Forschungsgruppe hatte ermittelt, dass Glyphosat bei Pflanzen die Aufnahme der Elemente Kobalt und Mangan behindert und die lebenswichtigen Mineralien somit dem Stoffwechsel der Nachverbraucher entzieht. Die Folgen bei Mensch und Tier: Müdigkeit und Vitalitätsverlust oder wie das von Krüger beschriebene Beispiel des Deckrüden Artus beweist: Zeugungsunfähigkeit.

Vortrag-Veranstalter Kreisgruppe des Bund Naturschutz, Gentechnikfreie Region Augsburg, Bund deutscher Milcherzeuger) und die Biolandgruppe Augsburg Ost.

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