von Ulrike Jochum und Claudia Bammer
Aichach-Friedberg Jedes dritte Baby im Landkreis Aichach-Friedberg kommt per Kaiserschnitt zur Welt. Das teilte die Techniker Krankenkasse (TK) unter Bezug auf das Statistische Landesamt mit. 2006 sei es noch jedes dreizehnte gewesen. Diese Steigerung sei medizinisch nicht erklärbar, meint Kathrin Heydebreck, Sprecherin der TK Schwaben. Dem widersprechen allerdings Ärzte und Hebammen im Wittelsbacher Land.
Die Kliniken an der Paar in Aichach und Friedberg liegen mit etwa 30 Prozent Kaiserschnitten bei den Entbindungen ziemlich genau im bundesweiten Durchschnitt. Geschäftsführer Dr. Krzysztof Kazmierczak erklärt: „Diese Rate entspricht heute einfach der Konstellation in der Gesellschaft.“ Frauen entschieden sich immer später für Nachwuchs, das habe auf die Art der Entbindung Einfluss. Dass die Quote in den letzten Jahren „dramatisch“ angestiegen sei, kann er hingegen nicht bestätigen. Zu berücksichtigen sei vor allem, dass im Landkreis zuletzt generell mehr Babys auf die Welt gekommen sind. Waren es laut TK im Jahr 2006 noch 630 Babys, so waren es 2010 710.
Dass es mehr Kaiserschnitte gibt, bestätigen die Aichacher Gynäkologen Dr. Karl Fürst und Dr. Sorin Turcu-Reiz. Dafür gebe es viele Ursachen. Die Zahl der Risikoschwangerschaften habe zugenommen, sagt Fürst. Übergewicht, hoher Blutdruck, Nikotinkonsum – „Das sind Dinge, die uns Probleme bereiten.“
Bettina Bayerstorfer, Hebamme am Aichacher Krankenhaus: „Wenn ein Kaiserschnitt gemacht wird, dann, weil er medizinisch begründet ist.“ Eine solche medizinische Indikation ist es in ihren Augen aber auch, wenn eine Frau panische Angst vor der Geburt hat. Das komme aber eher selten vor.
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