Kühbach/Aichach Besonders eilig hatte es die kleine Magdalena aus Kühbach. Ihre Eltern hatten keine Chance, zur Geburt ins Aichacher Krankenhaus zu fahren. Die kleine Kühbacherin kam mithilfe des Notarztes und der Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes aus Aichach daheim auf die Welt.
Sie sieht aus wie ein kleiner Unschuldsengel, wenn sie auf dem Arm ihres Vaters liegt. Dabei hat Magdalena ihre Eltern schon in helle Aufregung versetzt, als sie fast eine Woche zu früh und viel schneller als gedacht auf die Welt drängte. Den ganzen Tag über hatte Mutter Anita am Montag schon Wehen. Ernsthaft damit gerechnet, dass das Kind jetzt schon kommen würde, hatte die 36-jährige Kühbacherin jedoch nicht. „Am kommenden Samstag wäre Termin gewesen“, sagt sie.
Gegen Abend wurden die Wehen stärker, das Ehepar beschloss ins Krankenhaus zu fahren. „Sie hat uns gar keine Chance gegeben“, sagt Papa Ricardo. Das Mächen wollte unbedingt sofort auf die Welt kommen. Bis zum Vorbau ihres Hauses seien sie gekommen, dann wäre ihnen klar gewesen, dass sie es nicht mehr ins Krankenhaus schaffen, erzählt die Kolbergs.
In der Aufregung fiel dem Vater die Nummer des Rettungsdienstes zuerst gar nicht ein. „Beginnende Geburt“ lautete die Meldung, die die Aichacher Rettungskräfte des Bayerischen Roten Kreuzes dann zumEinsatz rief.
Mit Blaulicht machten sich Notarzt und Rettungskräfte auf den Weg nach Kühbach. „Am Einsatzort angekommen, war schnell klar, dass für eine Fahrt ins Krankenhaus die Zeit nicht reichen würde“, heißt es in der Mitteilung des BRK. „Wenn sie zehn Minuten später gekommen wären, hätte ich das Kind alleine auf die Welt bringen müssen“, erinnert sich der 41-jährige Vater.
Innerhalb kürzester Zeit war alles für eine Hausgeburt vorbereitet. Interessant und aufregend zugleich sei es gewesen, erzählt der 41-Jährige rückblickend. An dem Abend selbst überwog jedoch die Aufregung. Die BRKler spannten ihn kräftig ein, ließen ihn zum Beispiel Decken holen und den Koffer aufmachen. „Ich war gut beschäftigt“, erzählt Kolberg schmunzelnd.
Wie lange die Geburt gedauert hat, kann das Ehepaar im Nachhinein gar nicht mehr sagen. Um 17.41 Uhr tat Magdalena ihren ersten Schrei. „Das Neugeborene hatte es wohl sehr eilig, denn bereits wenige Minuten nach dem Eintreffen der Helfer brachte die Frau unter eifriger Mithilfe ihres Mannes eine gesunde Tochter zur Welt“, schreibt der Rettungsdienst. Eine knappe Stunde sei vergangen, seit sie sich auf den Weg ins Krankenhaus hätten machen wollen, schätzen Kolbergs.
50 Zentimeter groß ist das Mädchen. Es wog bei der Geburt 3030 Gramm. Darauf ist sogar Magdalenas großer Bruder stolz. Obwohl sich de zweijährige Leonhard einen kleinen Bruder gewünscht hatte.
Sicherheitshalber wurden Mutter und Tochter nach der Geburt von den Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht – Magdalena vorsorglich sogar in einem eigens herbeigerufenen Rettungswagen. Heute werden beide entlassen und können heim nach Kühbach.