Montag, 27. Juni 2016

09. Januar 2016 14:14 Uhr

Kühbach

Nach Überfall auf Joggerinnen muss 15-Jähriger in U-Haft

Nachdem er drei Joggerinnen bei Kühbach angegriffen und sexuell belästigt haben soll, sitzt ein 15-jähriger Flüchtling nun in U-Haft. Für die Opfer war der Überfall ein Schock. Von Gerlinde Drexler

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Ein 15-Jähriger soll bei Kühbach Joggerinnen überfallen haben.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolfoto)

Der 15-Jährige Syrer, der am Freitagvormittag drei Joggerinnen in Kühbach (Landkreis Aichach-Friedberg) angegriffen haben soll, sitzt nun in Untersuchungshaft. Wie die Polizei mitteilte, besteht gegen den Jugendlichen der dringende Verdacht der versuchten schweren räuberischen Erpressung und der versuchten sexuellen Nötigung sowie schwerer räuberischer Erpressung und sexueller Nötigung. Der zuständige Ermittlungsrichter am Amtsgericht Augsburg hat deswegen einen Haftbefehl erlassen.

15-Jähriger soll Joggerin aufgefordert haben: "Kiss, kiss"

Mit einem Stock und Geschrei hat am Freitagvormittag gegen 9.15 Uhr eine 50-jährige Kühbacherin versucht, sich den 15-jährigen Jugendlichen vom Leib zu halten. Der Jugendliche bedrohte sie und ihre 46-jährige Freundin laut Polizei beim Joggen in einem Waldstück bei Kühbach mit einem Brotmesser. Die beiden Frauen wehrten sich erfolgreich.

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Kurze Zeit später bedrohte der 15-Jährige wohl im gleichen Waldstück eine 56-jährige Joggerin und berührte sie unsittlich. Mit großem Aufgebot und einem Hubschrauber suchte am Vormittag die Polizei nach dem Jugendlichen, einem unbegleiteten Flüchtling aus Syrien, und nahm ihn schließlich gegen Mittag an seiner derzeitigen Unterkunft im Gemeindebereich Schiltberg fest.

Der Schreck sitzt tief bei der 50-jährigen Kühbacherin. Zusammen mit ihrer Freundin war sie, wie so oft, morgens zum Joggen im Wald, als im Bereich der sogenannten Sieben-Wege-Kreuzung „ein junger Kerl“ hinter ihnen herlief. Auf einmal bedrohte er laut der Kühbacherin die beiden Frauen mit einem Messer, forderte zuerst „money“, also Geld, und dann „Handy“. Als er die Rucksäcke durchwühlt hatte und sah, dass die beiden Frauen nichts dabei hatten, wollte er „kiss, kiss“, also „küssen, küssen“.

Die 50-Jährige: „Ich bin wirklich aggressiv geworden und habe gebrüllt, dass er verschwinden soll.“ Das habe den Jugendlichen jedoch nicht beeindruckt. Im Gegenteil: Auch er sei immer lauter geworden. Reagiert hat der Jugendliche laut der Kühbacherin erst, als ihre Freundin aufs Bitten übergegangen sei. Da habe er eingelenkt und zugesagt, das Messer wegzulegen, wenn er einen Kuss bekomme.

Die 50-Jährige hatte sich inzwischen einen Stock als Waffe gegriffen und brüllte ihn wieder an. „Er ist nicht weggegangen, sondern stehen geblieben und hat gewartet, was ich mache.“ Als sie stolperte und hinfiel, erschrak scheinbar auch der Jugendliche. Er machte jedenfalls laut der Kühbacherin einen Schritt zurück und rannte dann davon. Vorher hatte er der 50-Jährigen noch die Mütze vom Kopf gerissen.

Wald bei Kühbach: 15-Jähriger fordert wohl Geld und Handy

Kurz darauf bedrohte der Jugendliche laut Bericht des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord im gleichen Waldstück eine 56-jährige Joggerin. Mit vorgehaltenem Messer forderte er Geld und Handy. Er stieß die Frau laut Polizei zu Boden und begrapschte sie im Intimbereich. Wie schon die beiden Frauen zuvor wehrte sich auch die 56-Jährige erfolgreich gegen den Übergriff. Sie lief davon. Alle drei Frauen blieben körperlich unverletzt.

Mit etlichen Funkstreifen und einem Polizeihubschrauber fahndete die Polizei nach dem Jugendlichen. Als Tatverdächtigen nahm sie gegen Mittag einen 15-jährigen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling fest. Die Personenbeschreibung der Frauen sowie die Zusammenarbeit der Behörden brachte die Polizei auf seine Spur. Der Jugendliche sei in der Vergangenheit wegen Aggressionsdelikten auch außerhalb des Regierungsbezirks auffällig geworden, teilte die Polizei mit. Gestern Morgen randalierte er dann offenbar in seiner Unterkunft und verschwand mit unbekanntem Ziel.

Kühbach: Hubschrauber sucht Wald ab

Den Polizeieinsatz im Raum Schiltberg hatte eine 44-Jährige miterlebt. Wie im Film habe die Polizei die Unterkunft umstellt und sei über die Zäune gesprungen. Vorher hatte sie schon die Polizeiwagen durch den Ort fahren sehen und beobachtet, wie der Hubschrauber systematisch den Wald abgesucht habe. Ein anderer Nachbar hatte beobachtet, wie dem Festgenommenen Handschellen angelegt und ein DNA-Abstrich genommen worden war. Enttäuscht ist die 44-Jährige, dass die Polizei die Bevölkerung nicht gewarnt habe, dass „in unserem Wald so ein Typ rumläuft“. Auch über das Ende des Polizeieinsatzes sei niemand informiert worden.

Der 44-Jährigen ist die Lust auf Joggen im Wald erst mal vergangen. Die 50-jährige Kühbacherin will auf alle Fälle einen Selbstverteidigungskurs machen. mit hhc

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