Die Hauptursache des Absturzes war, so das Expertenurteil, dass sich durch ein Absenken des Dachstuhls die Außenmauern der Kirche nach außen bewegt haben und dadurch Risse im Innenraum entstanden. Einer dieser Risse geht genau durch das Einschlagloch des Nagels, an dem der 15 Kilo schwere Engel aufgehängt war.
Mit Draht gegen Absturz gesichert
Es stellte sich weiter heraus, dass noch einige Engel an solchen Rissen sich etwas gelöst hatten und nun ebenfalls absturzgefährdet sind. Vor ein paar Jahren war der Dachstuhl der Kirche oberhalb des Gewölbes stabilisiert worden, um ein weiteres Auseinanderdriften der Wände zu verhindern. "Damals hat man aber das Gewölbe nur von oben aus untersucht, unten im Kirchenraum wurde nicht auf Schäden kontrolliert", so Schwester Martha weiter.
Noch am Tag der Untersuchung fing Stuckateur Alexander Bendel damit an, die Engel in der Hauptkuppel und auf den Gesimsen mit Edelstahldraht zu sichern. Das Ziel: Falls sich ein Putto von der Decke löst, fällt er nicht herunter, sondern bleibt in der Drahtsicherung hängen.
Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen machten die Experten deutlich, dass eine Sanierung des Gewölbes dringend geboten ist. "Nun hatten wir ein Problem: Die Kirche ist bis April zu kalt, um Reparaturen vorzunehmen", so Schwester Martha. Außerdem steckt der Konvent mitten in den Vorbereitungen zum großen 800. Jubiläumsfest, das 2011 gefeiert werden soll. "Darum können wir die Reparaturarbeiten an den Stuckteilen der Decke erst im Jahr 2012 angehen", sagt Äbtissin Gertrud Pesch.
Doch so lange soll die Kirche nicht gesperrt bleiben: "Wir haben mit den Fachleuten zusammen entschieden, die Kirche über Netze abzusichern", so Schwester Gertrud weiter. Für diese mussten spezielle Dübel gefunden werden, die auch bei der Kälte im Gotteshaus - derzeit um die null Grad - in der Wand halten. Sieben solcher grüner Netze spannte Martin Ahlfänger, Inhaber eines Sicherheitstechnikbetriebs aus Ravensburg, und sein Mitarbeiter Rolf Schaal von Wand zu Wand.
In den kommenden Tagen werden dann die Kirchenbänke wieder eingebaut und die Sitzheizung angeschlossen. "Am Heiligen Abend feiern wir die Christmette um Mitternacht wieder mit den Gläubigen in der Abteikirche", ist sich Schwester Martha sicher. Die Schäden setzen die Schwestern vor eine weitere neue Herausforderung: "Wir haben in den vergangenen Jahren, als wir den Dachstuhl des Klosters und der Kirche sanieren mussten, so viel Unterstützung von den Menschen erhalten und sind sehr dankbar", so die Äbtissin. Deswegen ist es den Schwestern besonders unangenehm, dass sie erneut um Spenden bitten müssen. "Aber ohne Hilfe werden wir das nicht schaffen."