Aichach Paula ist immer noch ganz entrüstet, wenn sie nur daran denkt: Ist sie doch tatsächlich am 1. April von einigen Scherzbolden aus der Redaktion hereingelegt worden! „Hallo Paula! Komm doch mal ganz schnell her, du hast Besuch von einem niedlichen kleinen Enterich, der dir ein leckeres Stück Torte mitgebracht hat“, kam eine Stimme aus dem allerletzten Redaktionsbüro.
Nichts ahnend und arglos, wie sie als kleine AN–Ente nun einmal ist, watschelte sie natürlich im Eiltempo los, so schnell ihre kleinen Füßchen sie tragen konnten. Doch was empfing sie, als sie endlich dort ankam? Schallendes Gelächter und April-April-Rufe ihrer lieben Mitarbeiter!
Oh, Paula Print war so entrüstet, sie wusste gar nicht, worüber sie mehr erbost sein sollte: kein Freund oder keine Torte … „Was ist das denn für ein doofer Brauch?“, schimpfte sie vor sich hin. Darüber musste sie auf jeden Fall mehr in Erfahrung bringen.
Doch wer als Erster die Idee mit den Aprilscherzen hatte, weiß heute keiner mehr so genau. Eine Erklärung, so fand unsere Paula heraus, könnte natürlich das Wetter sein. Bei einem Aprilscherz erzählt man ja gerne Dinge, die nicht stimmen. Und ähnlich macht es das Aprilwetter. Gaukelt morgens noch die Sonne einen warmen und sommerlichen Tag vor, steht man mittags manchmal ganz schnell im Regen oder sogar im Schnee. Und wurde so also vom Wetter hereingelegt.
Manche behaupten auch, der Aprilscherz käme aus Frankreich. Dort nämlich war es bis zum Jahr 1564 ganz normal, dass man Neujahr am 1. April feierte. Dann beschloss der französische König Karl IX. eine Kalenderreform, also eine neue Zeiteinteilung. Ab da begann das neue Jahr immer am 1. Januar. Doch einige konnten sich das nicht merken und wollten immer noch am 1. April Neujahr feiern. Die wurden von den anderen als April-Narren verspottet und mussten sich mit spaßigen Lügengeschichten hinters Licht führen lassen. Die Zeitungsente nickte grimmig. Sie weiß jetzt, wie man sich dabei fühlt.
Eine andere Erklärung, so fand Paula Print noch heraus, stammt vom Augsburger Reichstag aus dem Jahr 1530. Dort sollte das Münzwesen neu geregelt werden, doch aus Zeitgründen kam es nicht dazu. Deshalb wurde für den 1. April ein Münztag ausgeschrieben, der dann doch nicht stattfand. Zahlreiche Spekulanten, die auf diesen Münztag gesetzt hatten, verloren ihr Geld und wurden auch noch ausgelacht.
Na, da hab ich ja noch Glück gehabt, dachte sich Paula einigermaßen besänftigt. Aber eins weiß sie ganz sicher: So leicht lässt sie sich sicher nicht mehr in den April schicken! Und außerdem, freut sich Paula jetzt schon diebisch, ist Rache süß, der nächste 1. April kommt bestimmt. (giec)