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Paula lernt einen wandernden Kuss kennen

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Paula lernt einen wandernden Kuss kennen

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    Fasziniert hören Paula Print und die Kinder zu, wenn Märchenerzählerin Aisha (vorne links) von den Abenteuern des Kuchenmännchens erzählt. Foto: Gerlinde Drexler
    Fasziniert hören Paula Print und die Kinder zu, wenn Märchenerzählerin Aisha (vorne links) von den Abenteuern des Kuchenmännchens erzählt. Foto: Gerlinde Drexler Foto: Gerlinde Drexler

    Damit die Weihnachtsstimmung noch schöner wird, hat Aisha den Raum dekoriert. Auf dem Boden liegt eine ganz feine rote Decke. Darauf steht eine gläserne Vase, in der vier Kerzen brennen. Der Duft von Plätzchen liegt in der Luft. Der Zeitungsente wird es ganz warm ums Herz. Draußen vor den Fenstern der Stadtbücherei liefern sich zwei Buben gerade eine Schneeballschlacht, in der Bücherei ist es schön warm und heimelig. Genau passend zu den weihnachtlichen Märchen, die Aisha erzählen möchte.

    Als erstes hat sie für ihre jungen Zuhörer ein Rätsel. Es handelt von etwas, das Korinthen als Augen und Mandeln als Mund hat und kugelrund ist. "Das ist leicht", rufen Laura und Johanna und tippen gleich richtig auf einen Lebkuchenmann. Gespannt verfolgen alle, wie Aisha ein kleines Kästchen aus einem Säckchen zieht. Mathias sieht die kleine Kurbel an der Seite als erstes. "Das macht Musik, wenn man daran dreht." Als die Märchenerzählerin an der Kurbel dreht, erklingt tatsächlich leise eine Melodie.

    Alle sind mucksmäuschenstill. Aisha erzählt von einem guten alten Mann und einer guten alten Frau, die in der Küche die Zutaten für Plätzchen holen. Die Kinder wissen sofort, was dafür alles nötig ist. "Zuckerguss", ruft Luise, "Mehl und Backpulver" sagt Gundula, "Zucker, Honig und Eier", kommt es von Simon.

    Womit weder Paula noch die Kinder gerechnet hatten war, was nun kam. Das Kuchenkerlchen, das das Ehepaar gebacken hatte, stand auf und lief weg. Richtig flink war es und witschte aus dem Haus des alten Paares. Einem Pferd, das nach ihm schnappen wollte, drehte es eine lange Nase. Genau wie einer Kuh. Einem schlauen Fuchs wäre das Kuchenkerlchen allerdings beinahe auf den Leim gegangen und von ihm gefressen worden. "Nein, es soll weiterleben", wünschen sich die Kinder und Aisha lässt das flinke Kuchenmännchen entkommen. Gespannt wartet Paula Print, was es nun mit dem kleinen lustigen Kuss, der ewig wandern muss, auf sich hat. "Die Geschichte ist wirklich wahr, denn ich habe sie selbst erlebt", sagt die Märchenerzählerin. Sie habe einen Kuss von der Oma bekommen und den nach Hause mitgenommen. Da hat sie ihn dann der Mutter geschenkt, die ihn später an Papa weitergab. Beim Frühstück hat ihn dann der Bruder bekommen. Dann verliert sich die Spur. Wahrscheinlich sei er bei den Kaninchen ihres Bruders gelandet, vermutet Aisha.

    Das war aber nicht schlimm, denn die Oma hat ihr noch einen Kuss geschenkt. Und der konnte dann wieder auf Wanderschaft gehen. "Das ist eine gute Idee", findet Paula. Sie wird an Weihnachten auch Küsse verschenken und dann zusehen, wo die so hinwandern.

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