Startseite
Icon Pfeil nach unten
Aichach
Icon Pfeil nach unten
Odelzhausen
Icon Pfeil nach unten

Bildung: Realschule in der Nachbarschaft?

Bildung

Realschule in der Nachbarschaft?

  • |
  • |
  • |
    Konrad Brandmair
    Konrad Brandmair

    Odelzhausen/Adelzhausen Direkt an der Landkreisgrenze ist die Bildungslandschaft in Bewegung. In Odelzhausen (Kreis Dachau) könnte schon zum neuen Schuljahr ab September eine zweizügige Realschule entstehen, bestätigte Bürgermeister Konrad Brandmair gestern auf Anfrage der Aichacher Nachrichten: „Es schaut ganz gut aus.“ Bereits diesen Freitag steht das Thema auf der Tagesordnung der Sitzung des Schulausschusses des Dachauer Kreistags. Das Kultusministerium steht dem Projekt offenbar sehr positiv gegenüber. Eine zweizügige Realschule (ähnlich dem Modell in Affing-Bergen) würde der Diskussion um eine Gemeinschaftsschule in der A-8-Kommune (wir berichteten) den Wind aus den Segeln nehmen.

    Derzeit verteilen sich die Realschüler aus dem südwestlichen Landkreis Dachau auf fünf Schulen in der Region und sind bis zu einer Stunde mit dem Bus unterwegs, sagt Brandmair. Der Großteil der Schüler aus der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Odelzhausen (dazu gehören auch die Kommunen Sulzemoos und Pfaffenhofen an der Glonn) geht nach Dachau sowie an die beiden katholischen Bildungseinrichtungen in Markt Indersdorf und Weichs. Aber einige Kinder aus den westlichsten Ortsteilen von Odelzhausen, zum Beispiel Ober- und Unterumbach, besuchen auch die Realschule in Friedberg. Einige wenige Kinder aus dem Nachbarlandkreis werden auch in Aichach oder Mering unterrichtet.

    Das neue Angebot sei natürlich vor allem für die Kinder aus der VG Odelzhausen gedacht, sagt Brandmair. Er glaubt aber, dass die Schule auch eine Alternative für Kinder aus dem Raum Altomünster (Hohenzell), Adelzhausen oder Eurasburg im Wittelsbacher Land ist. Der Adelzhausener Bürgermeister Lorenz Braun zeigt sich offen: „Wir schauen uns das sicher an.“ Adelzhausen ist nur neun Kilometer von Odelzhausen entfernt. Bislang gehen die Realschüler aus der Echnachtal-Gemeinde nach Aichach und Friedberg. Braun fällt dazu auch gleich die im Herbst eingestellte Buslinie in die Nachbarkommune ein: „Das wäre eine gute Anbindung gewesen.“ Wie berichtet, stiegen in die über Jahre hinweg geforderte Pendlerverbindung zum MVV-Anschluss in Odelzhausen viel zu wenige Fahrgäste ein. Kreis und die drei beteiligten Kommunen beendeten das Experiment, das ein hohes Defizit einfuhr, nach dem Probebetrieb.

    Im Schulhaus in Odelzhausen stehen Klassenzimmer leer. In den nächsten zwei, drei Jahren könnte eine zweizügige Realschule ohne Erweiterungsbau anlaufen. Die bestehende Mittelschule werde „nicht geopfert“, betont Bürgermeister Brandmair. Im Schulhaus sei Platz für Grund-, Mittel- und Realschule. Eine spätere Kooperation mit der Mittelschule im benachbarten Bergkirchen sei aber eine Option – auch dort würden derzeit schon Klassenzimmer leer stehen. Doch das ist Zukunftsmusik. Zunächst muss die Realschule von den Kreisgremien auf den Weg gebracht werden, verweist Brandmair. Die Zeit dränge, wenn die neue Schule schon in acht Monaten an den Start gehen soll. Im Kreis Dachau bestehen derzeit drei Realschulen – nur die in Dachau ist staatlich, neu erweitert und schon wieder voll.

    Seit über einem Jahr wird in Odelzhausen heftig über die Idee einer Gemeinschaftsschule diskutiert. Eine Elterninitiative hatte sich das Konzept des SPD-Landtagsabgeordneten und langjährigen Indersdorfer Rektors Martin Güll zu eigen gemacht und mit Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) besprochen. Wie in Affing-Bergen mit der Mittelschule in Aindling ist jetzt ein „Kooperationsmodell“ angedacht, bei dem die beiden Schultypen zusammenarbeiten. Für Güll ist die Kooperation allenfalls die zweitbeste Lösung für Odelzhausen und Umgebung. Die Gemeinschaftsschule sei ein besseres Angebot für alle Schüler bis zur 10. Klasse. Dann könnten die Schüler den Realschulabschluss machen oder nach der zehnten Klasse in die Oberstufe eines Gymnasiums wechseln. Eine Machbarkeitsstudie hatte bestätigt: Die Grund- und Mittelschule Odelzhausen erfüllt die nötigen Voraussetzungen für eine Gemeinschaftsschule. Der Schulentwickler Dr. Ernst Rösner aus Dortmund stellte vor Kurzem seine Untersuchung zum Schulstandort vor.

    Bürgermeister waren gegen Gemeinschaftsschul-Projekt

    Während viele der Gemeinderäte im Schulverband (Odelzhausen, Sulzemoos, Pfaffenhofen) dem Schultyp positiv gegenüberstanden, waren die drei Bürgermeister immer skeptisch. Gerhard Hainzinger, Gemeindeoberhaupt von Sulzemoos, ist selbst seit 30 Jahren Lehrer. Er glaubt an das dreigliedrige Schulsystem in Bayern. Schüler einer Klasse, die auf unterschiedlichen Leistungsniveaus seien, könnten nicht ideal gefördert und gefordert werden, argumentierte Hainzinger.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden