Samstag, 18. November 2017

18. Oktober 2017 11:00 Uhr

Tetrafunk

Rehlinger erteilen Zentralmasten weiter Absage

Das Landeskriminalamt und der Gutachter favorisieren den Standort am Gockel nördlich von Sägmühl für den Behördenfunk. Die Menschen überzeugt ihre Argumentation aber nicht. Sie hegen eine Befürchtung. Von Johann Eibl

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Dies sind die Funkmasten der Telefonanbieter Telekom und Vodafone auf dem alten Raiffeisengebäude mitten in Rehling. Diesen Standort erachten die Netzbetreiber als nicht mehr zukunftsfähig. Die Rehlinger befürchten nun, dass diese beim Behördenfunkmasten „draufsatteln“.
Foto: Josef Abt

Schon lange nicht mehr hat ein lokales Thema die Rehlinger so stark aufgewühlt wie der geplante Bau eines Sendemastes für den Tetrafunk an der Lechleite. Das konnte man am großen Interesse an der Infoveranstaltung am Montagabend in der TSV-Sporthalle ablesen. An die 200 Besucher waren gekommen, viele von ihnen hielten dreieinhalb Stunden lang aus. Über die Hälfte dieser Zeit entfiel auf die Diskussion. In deren Verlauf bekamen der Gutachter und drei Vertreter des Landeskriminalamts in vielen kritischen Anfragen und Anregungen deutlich die Abneigung von weiten Teilen der Bevölkerung zu diesem umstrittenen Projekt zu spüren.

Bürgermeister Alfred Rappel, der den Abend moderierte, stellte am Ende fest: „Das ist uns schon klar, dass man vonseiten des Landeskriminalamts an diesem Standort festhält.“ Eine Debatte um Naturschutz und Bäume, wie sie zuvor angestoßen worden war, sei da wenig hilfreich. „Die Superlösung für Rehling“ sei nicht erkennbar, so Rappels Resümee. Der Gemeinderat werde sich noch einmal mit dem Antrag befassen, wohl aber nicht mehr in diesem Jahr, kündigte er an.

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Der fragliche Standort mit der amtlichen Bezeichnung „A01“ liegt, wie berichtet, im Norden von Sägmühl. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Sendemast dort in einem Biotop entstehen wird, ist groß. Hans Ulrich, der ein umfangreiches Gutachten erstellt hat, formulierte seine Meinung so: „A01 kann Rehling auf Dauer versorgen.“ Gleichwohl machte sich der größte Teil der Besucher zumindest mit einer gewissen Skepsis auf den Heimweg. Ihre Sorgen, von einem Sendemast könnten Gefahren für ihre Gesundheit ausgehen, wurden durch die Informationsveranstaltung kaum kleiner.

Drei Wochen zuvor hatte sich Ulrich Weiner mit allem Nachdruck gegen das Vorhaben ausgesprochen und die Rehlinger zum Widerstand aufgerufen (wir berichteten). Er saß am Montag selbst unter den Zuhörern, ohne selbst das Wort zu ergreifen. Weiner hatte damals betont, er rechne damit, dass in Rehling ein großer Verteilerturm entstehen werde. Diese Überlegung stellte nun ein Besucher an, der von einem „Monster“ sprach. Er stieß damit bei den Vertretern des Landeskriminalamts (LKA) auf Erstaunen. Franz Xaver Birk versicherte: „Das wird kein Zentralmast.“ Seine Behörde sei in erster Linie daran interessiert, dass ein BOS-Behördenfunk entsteht, auf den man sich verlassen könne. Es wurden Rufe laut: „Schriftlich garantieren!“ Diese Forderung lehnte Birk ab.

Eingangs erklärte Rappel, die Gemeinde habe ein Gutachten in Auftrag gegeben und betonte: „Das ist kein Vorhaben, das die Gemeinde Rehling betreibt.“ Birk erklärte, BOS stehe für Behörden und Organe mit Sicherheitsaufgaben wie Polizei und Feuerwehr: „Sonst gerät die Sicherheit von Menschen in Gefahr. Wir haben keine Gewinnmaximierungsabsicht.“

Dann erläuterte sein Kollege Stefan Klein die Pläne. Er sprach von einer fehlenden Netzabsicherung in der Gemeinde Rehling. Ein wichtiges Thema sei zudem die „Best-Server-Abgrenzung“. Darunter versteht man das Einbuchen von Telefonen in andere Basisstationen, was dazu führe, dass die Verbindung immer wieder abbreche. Kleins Kernaussage: „Wir müssen zwingend im Bereich Rehling einen neuen Standort bauen.“ Die Gespräche über einen Standort in Scherneck hätten sich zerschlagen, nachdem der Grundstückseigentümer seine Zustimmung verweigerte. Das Wohngebiet Peter-Fischer-Straße wurde als ungeeignet bezeichnet, sodass nur der Bereich am Gockel nördlich von Sägmühl zur Debatte stehe. Der Abstand zur Wohnbebauung betrage 170 Meter.

Wiederholt war zu hören, dass Telekom und Vodafone die Absicht haben, für den Mobilfunk in gut einem Jahr nicht mehr den alten Mast in Rehling zu nutzen, sondern den neuen Masten. Entsprechende Informationen liegen auch Bürgermeister Rappel vor.

Darauf ging auch Hans Ulrich ein, der seit 40 Jahren mit der Materie zu tun hat und sein Gutachten erläuterte. Er berichtete davon, dass Gerichtsurteile auf Schadenersatz entschieden für Menschen, die stundenlang pro Tag ein Telefon nutzten. Ulrich warnte vor den Gefahren, die von Schnurlostelefonen herrührten. Sollten die Mobilfunkantennen künftig auf dem Masten für den Behördenfunk platziert werden, rechnet er mit einer deutlich niedrigeren Strahlenbelastung für die Anwohner. Den Standort A01 bezeichnete der Diplom-Ingenieur als im Vergleich am geeignetsten.

Wiederholt wurde versichert, dass die Bayerische Staatsregierung eine Lösung mit zwei Standorten ablehnt. Thomas Gumpp vom LKA teilte mit, für einen Standort müsse man einmalig mit 450000 Euro rechnen, der gleiche Betrag falle bei einer Laufzeit von zehn Jahren noch einmal an. Auf die Vorwürfe, bei Tetrafunk handle es sich um eine veraltete Technik, sagte Ulrich: Tetrafunk brauche man nur für die Übertragung von Sprache, der Teilnehmerkreis sei sehr klein. Und zur Aussage, diese Technik sei beim Amoklauf im OEZ in München zusammengebrochen, erklärte das LKA, das sei im dritten Untergeschoss der Fall gewesen.

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