Der Unterhaltungsteil näherte sich seinem Ende, es war bereits 23 Uhr am Samstag beim zweiten Starkbierfest in der Baarer Mehrzweckhalle. Die ersten von gut 200 Besuchern hatten sich schon auf den Heimweg gemacht. Damit hatten sie den wohl besten Programmpunkt verpasst: den Auftritt eines königlichen Überraschungsgastes, dessen Name vorher nicht zu erfahren war.
Es handelte sich um eine junge Dame, die der Blaskapelle Baar angehört und zuvor bereits als Gstanzlsängerin hatte aufhorchen lassen. Lisa Winter trat als Schönheitskönigin von Schneizlreuth auf die Tribüne und erntete riesigen Applaus. Am Ende ihres kurzen Vortrags stellte sie die (unbescheidene) Frage: „Bin ich nicht schön?“ Der Auftritt geriet etwas schrill und etwas laut, aber diese Attribute passten genau zu dieser Rolle, die hier meisterhaft verkörpert wurde.
Ähnlich gut angekommen waren die Zuchthausmusikanten, hinter denen sich die Gebrüder Günther und Erich Schrettle verbargen, zwei Baarer, die in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aichach tätig sind. Sie hatten Posaune und Akkordeon mitgebracht, im Wesentlichen aber unterhielten sie ihr Publikum mit Anmerkungen von Günther Schrettle. Das Duo widmete sich auch der Kommunalpolitik und stimmte das Lied an „Was braucht ma’ auf ‘am Bauerndorf“. Während die Gäste sich Speis’ und Trank – das Starkbier lieferte die Schlossbrauerei Baar gleich von nebenan – schmecken ließen, trat immer wieder die Blaskapelle Baar auf.
Heinzi und Kurti waren auch nach Baar gekommen – in Gestalt des Ehepaars Anni und Georg Mayr. Zuerst machten sie sich lustig über die heutige Kindererziehung: „Die kleinen Kinder haben sich seit unserer Kindheit nicht verändert, wohl aber die Eltern.“ Dann wurde es politisch. Im Rahmen der Dorferneuerung, hieß es, wolle man die Kleine Paar wieder in den Ortskern von Oberbaar lenken, damit die Hochwassergefahr an der Donau zurückgehe.
Im Gemeinderat habe eine neue Zeitrechnung begonnen, nachdem Kunigunde Ruisinger, die Vorsitzende des Musikvereins, ihr Amt aufgab und so Platz machte für Rückkehrer Egon Christl. Nun wurde darüber spekuliert, ob der in zwei Jahren wieder als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters antreten wird.