Aichach-Friedberg Drei Tische, drei verschiedene Stationen und viele begeisterte Schüler. Die Kinder der zweiten Klasse der Inchenhofener Grundschule durften gestern zum Auftakt des Projekts „Gesunde Ernährung durch regionale Produkte. Na(h) Gut – nah kaufen, gut essen“ eine Geschmacksschulung erleben. Sie sind eine von 20 Klassen, die bei diesem Projekt dabei sind. An drei Stationen in ihrem Klassenzimmer können die Kinder Butter, Erdbeerjoghurt und Trinkjoghurt selber machen und probieren. Bei allen Buben und Mädchen kamen die selbst gemachten Nahrungsmittel besser an, als die Fertigprodukte.
Laut einer Studie des Robert- Koch-Instituts sind 15 Prozent der drei- bis 17-jährigen Kinder in Deutschland übergewichtig, berichtet Landrat Christian Knauer. „Sei es durch die Ernährung durch Fast Food oder das falsche Essverhalten zu Hause“, fügte Knauer hinzu. Der Wittelsbacher-Land-Verein will diesem Trend mit seinem Pilotprojekt für den Landkreis entgegenwirken. Dadurch erhofft sich der Verein, dass die Schüler von Kindesbeinen an gesunde Küche kennen- und lieben lernen.
Beim Auftakt in der Inchenhofener Grundschule ist dieser Plan vom Start an aufgegangen. Die Schüler schütteln begeistert und kräftezehrend das Glas mit Sahne, um Butter herzustellen. Am Nebentisch rühren sie Erdbeeren in einen Topf voll mit Joghurt. Nicht nur die Kinder helfen begeistert mit, auch Bürgermeister Karl Metzger und Christian Knauer schütteln mit großer Freude. Ziel dieser Unterrichtsstunde ist, dass die Kinder erfahren, wie schnell und einfach Früchtejoghurt oder Butter hergestellt wird. Zugleich wird ihnen eine gesündere Alternative zu den zuckerhaltigen Fertigprodukten aufgezeigt. Auf diese Art wird den Kindern auch die Ernährungslehre näher gebracht.
Das Projekt des Wittelsbacher- Land-Verein wird vom bayerischen Landwirtschaftsministerium sowie vom Europäischen Landwirtschaftsfonds gefördert. Nach der Geschmacksschulung in der zweiten Klasse lernen die Kinder in der dritten Jahrgangsstufe die Produktkette kennen.
Hierbei dürfen sie Direktvermarktern und Bauern über die Schulter sehen und in die Betriebe hineinschnuppern. Dabei erfahren sie mehr darüber, wo die Nahrungsmittel herkommen und was mit ihnen alles hergestellt werden kann. „Wir haben in Inchenhofen mehrere Bauernhöfe, die so etwas gerne für die Kinder anbieten, damit diese einen Einblick in die Produktion vor Ort bekommen“, sagt Metzger.
Beate Oswald-Huber, Managerin und Ansprechpartnerin des Projekts, sagt: „Ziele sollen unter anderem sein, dass die Schüler früh für gesunde Ernährung sensibilisiert und regionale Produkte intensiver gefördert werden. Zudem leisten wir dadurch einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz, durch flächendeckende Nahversorgung“.
Die Kinder im Klassenzimmer sind auf jeden Fall schon auf den Geschmack gekommen. Sie lassen sich ihren selber hergestellten Joghurt und ihr Butterbrot mit selbst gewonnener Butter auf der Zunge zergehen. Auch wenn der ein oder andere Fleck auf die Kleidung kommt, sind sich alle Buben und Mädels einig: „Selbst gemacht, gesund und schmecken tut´s auch noch gut.“ Ab nächstem Jahr ist laut Oswald-Huber, das Projekt auf die Kindertagesstätten auszudehnen.