Laienspielberater Michael Schmidberger hat bei der 31. Laienspieltagung des Landkreises eine positive Bilanz der abgelaufenen Theatersaison gezogen. „2013 war wahrlich ein gutes Theaterjahr. Es wurde herausragende Arbeit geleistet. Professionell und leidenschaftlich, fleißig und freundlich, verbindlich und engagiert“, sagt er. Vertreter von 22 Theatervereinen aus dem Landkreis hatten sich im Landratsamt getroffen. Neben der Bilanz standen Ehrungen und Fortbildung der Laienschauspieler auf dem Programm (siehe Infokasten).
Landrat Klaus Metzger gab seine Premiere bei der Laienspieltagung. Er bemerkte in seinem Grußwort, dass es im Landkreis mehr Theatervereine als Gemeinden gebe. Die Laienbühnen seien verwurzelt in ihren Orten und sorgten für Zusammengehörigkeitsgefühl und damit „Heimat“.
Im Landkreis Aichach-Friedberg gebe es 35 registrierte Bühnen, 32 davon hätten im vergangenen Jahr 38 abendfüllende Produktionen auf die Bühnen gebracht. Dank gebühre nicht nur den Darstellern, sondern allen aktiv Mitwirkenden. Ohne die Vorstände, die Spielleiter, die Bühnengestalter, die Maskenbildner, die Beleuchter und die Souffleure wäre keine Aufführung möglich.
Die Gesamtzahl der Theaterver-eine sei gleich geblieben. Die Löschung der „Kissinger Hiaslbühne“ habe die Neugründung der „Altbairischen Theaterfreunde Aichach“ ausgeglichen. Die Bühnen hätten wieder eine breite Palette an Stücken geboten. Der Bogen spannte sich von Komödie, Parodie und Schwank über Fastnachtsspiel, Burleske und Märchen bis hin zu Gerichtsfall und Ritterspektakel.
Auffällig sei dieses Mal die Konzentration auf die Bestseller von Ralph Wallner mit dem Merkmal „lustig-makabrer Schwank“. Wallner sei damit auch der meistgespielte Autor. Unter den Autoren der gespielten Stücke waren auch im vergangenen solche, deren Schaffen zu Klassikern des Literaturtheaters wurde, wie William Shakespeare, Friedrich Dürrenmatt, Ben Johnson oder Lena Christ. Schmidberger stellte auch heuer einige einheimische Autoren vor. Schorsch Huber (Altbairische Theaterfreunde Aichach) hatte seinem „Historischen Gerichtstag“ weitere Episoden hinzugefügt. Regisseur Robert Popfinger (Spielzeit Freienried) schrieb lange Prologe in Reimform als Hinführung und Übergänge zu den drei Akten von „Luzifer und Larifari“. Josef Schoder (TV Volksbühne Aindling) schrieb die Bühnenfassung von Lena Christs Roman „Madam Bäuerin und Hubert Gail (Dorfbühne Laimering) landete mit seinem Erstlingswerk „Multi-Kutti“ gleich einen Volltreffer.
Schmidberger lobte die Bühnen für ihren Einsatz der bayerischen Mundart: „Dies geschieht im Wittelsbacher Land in einer Authentizität, Hingabe und Perfektion, dass man seine Freude daran hat.“ Schmidberger bedankte sich für die vielen Einladungen zu den Aufführungen, von denen er tatsächlich 15 besuchte. Er lobte die unterhaltsamen Abende, die schauspielerischen Leistungen, und nicht zuletzt die guten Gespräche im Anschluss an die Vorstellungen.