Sielenbach Als Spielstraße soll der Amsel- und Drosselweg in Sielenbach ausgewiesen werden. Damit reagierte der Gemeinderat auf Beschwerden von Anwohnern wegen Rasern. Bis auf zwei Gemeinderäte, die skeptisch waren, ob die Autofahrer dann tatsächlich Schrittgeschwindigkeit fahren, stimmten in der Sitzung am Mittwoch alle dem Kompromiss zu.
Immer wieder gingen bei der Gemeinde Beschwerden von Anwohnern ein, dass Autofahrer, die die Straße durch das Wohngebiet als Zufahrt zur Turnhalle und der Schule nutzen, zu schnell im Amsel- und Drosselweg unterwegs wären. Der Versuch, die Straße durch Sperrung in eine Sackgasse zu verwandeln, war von der Polizei als verkehrswidriger Zustand abgelehnt worden. Nachdem nun aber auch die neue Kinderkrippe im Bereich der beiden Straßen gebaut wird, ist sich der Gemeinderat sicher, ein gutes Argument für eine Spielstraße zu haben. „Das muss auch die Polizei akzeptieren“, meinte Bürgermeister Martin Echter.
Skeptisch waren Josef Breitsameter und Josef Asam. „Das bringe nichts“, glaubten sie, weil es vor allem die Anwohner selbst seien, die dort fahren würden. Josef Strasser regte an, alle Nutzer der Turnhalle in einem Rundschreiben darauf hinzuweisen, dass die Zufahrt nur über die Josef-Veit-Straße erfolgen sollte. Ein Vorschlag, den der Gemeinderat aufgriff. Bis auf zwei Räte sprachen sich alle dafür aus, den Amsel- und Drosselweg für eine einjährige Testphase als Spielstraße auszuweisen.
Gewerbegebiet Rund 560000 Euro steckt die Gemeinde in die Erweiterung des Gewerbegebietes „An der Lichtstraße“. So viel kosten die Kanal- (219 000 Euro) und Straßenbauarbeiten (337000 Euro), in deren Verlauf auch eine Linksabbiegespur und eine Verkehrsinsel mit Fußgängerübergang vor dem Ortseingang gebaut wird. Trotz der hohen Summe war der Bürgermeister zufrieden.
Sie sei fast 200000 Euro niedriger, als im Kostenansatz vorgesehen. Einen Kredit aufzunehmen, wäre für Echter so oder so nicht in Frage gekommen. Je nach Finanzlage hätte er den Bau der Verkehrsinsel dann eben erst im kommenden Jahr in Angriff genommen, sagte er. Die Insel vor dem Ortseingang wird statt der vom Gemeinderat vorgeschlagenen 1,50 Meter nun zwei Meter breit werden. Auf diesen Kompromiss hatte sich der Bürgermeister mit dem Landratsamt geeinigt, das für die Kreisstraße lieber eine 2,50 Meter breite Verkehrsinsel gehabt hätte. Noch lieber wären es Polizei und Landratsamt gewesen, wenn der Gemeinderat nicht den Kreisverkehr am Gewerbegebiet verworfen hätte, hatten die Behörden Echter bei einem Gespräch im Landratsamt mitgeteilt.
Bauanträge Sich selbst ein Bein gestellt hatte ein Bauherr, der für den Bau seines Hauses in einer Einöde eigens einen Bebauungsplan hatte machen lassen. Erst während der Planung hätte er dann festgestellt, dass für eine optimale Ausnutzung der Solartherme das Haus um sieben Grad gedreht werden müsse, hieß es in seinem Schreiben an den Gemeinderat.
Nachdem dadurch der überdachte Stellplatz teilweise außerhalb des zulässigen Bauraumes liegen wird, beantragte er eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes, die der Gemeinderat genehmigte. Auch allen anderen Bauanträgen stimmten die Gemeinderäte zu.