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Interview: „Sucht ist zerstörerisch“

Interview

„Sucht ist zerstörerisch“

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    Bei den Buben ist die Spielsucht am verbreitesten.
    Bei den Buben ist die Spielsucht am verbreitesten. Foto: dpa/Archiv

    „Sucht“ ist ein Thema, welches in der Öffentlichkeit eher versteckt wird, mit dem kaum jemand offen umgeht. Trotzdem ist es immer präsent und beschäftigt viel mehr Menschen, als auf den ersten Blick angenommen wird. K!ar.Text hat sich schlau gemacht und mit Schulpsychologin Renate Jakob vom Deutschherren-Gymnasium in Aichach über ihre Erfahrungen mit „Sucht“ gesprochen:

    Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein Suchtpatient aufsucht?

    Jakob: Zunächst lasse ich mir detailliert von der Sucht berichten. Wenn es sich beispielsweise um einen Spielsüchtigen handelt, möchte ich genau wissen, was diesen übermächtigen Wunsch zu spielen auslöst: Wie viele Stunden spielt der Jugendliche? Was spielt er? In welchen Situationen hat er das Bedürfnis, zu spielen? Wie es ihm ginge, falls er nicht spielen würde? Ich versuche dann im Gespräch zu erfahren, wofür der Patient das Spielen braucht oder anders gesagt, was ihm das Spielen gibt. Wenn ich das weiß, kann ich ihm dabei helfen, auf anderem Wege diesem Bedürfnis nachzukommen. Damit wäre dann der größte Schritt zur Beseitigung der Sucht schon getan. So einfach, wie das hier klingt, ist es aber leider nicht. Schließlich versucht der Süchtige, sonst wäre er nicht süchtig, an seiner Sucht festzuhalten und sie zu rechtfertigen.

    Welche Sucht ist unter den Jugendlichen am meisten verbreitet?

    Jakob: Laut meiner Erfahrung, als Schulpsychologin, ist dies definitiv die (Computer-)Spielsucht (hauptsächlich Jungs) und allgemein die „Internet-Sucht“ (Mädchen und Jungs). An zweiter Stelle stehen die Essstörungen, meist sind hiervon Mädchen betroffen. Ich habe auch oft Jugendliche in der Beratung, die sich bei mir Hilfestellung im Kontext „Alkoholabhängigkeit“ abholen – dabei geht es dann aber in der Regel um das Zusammenleben mit alkoholerkrankten Eltern. Ich hatte bisher noch keine alkohol- oder drogenabhängigen Schüler zur Beratung.

    Wie viele Jugendliche suchen tatsächlich einen Psychologen auf, wenn sie an einer Sucht leiden?

    Jakob: Dazu habe ich keine allgemeingültige Statistik, ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, danach gibt es innerhalb einer Suchtentwicklung einen Punkt, an dem der Jugendliche anfängt, an der Sucht zu leiden, beispielsweise weil einem schmerzlich bewusst wird, was man bereits alles für die Sucht aufgegeben hat oder dass man die Situation willentlich nun nicht mehr steuern kann. Das ist der Zeitpunkt, an dem Jugendliche sich tatsächlich aus eigenen Stücken entscheiden, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Solange der Leidensdruck nicht derart groß ist, sind es aber eher die Eltern, Lehrer oder häufig auch Freunde, die sich an den Psychologen wenden.

    Das gesamte Interview lesen Sie heute, Donnerstag, auf der Klar.Text-Seite der Aichacher Nachrichten. Eine Frage dort: was läuft in der Jugendtherapie anders als bei Erwachsenen? Und was sind die größten Risiken?

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