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Laienspieltagung II: Theater ist echt

Laienspieltagung II

Theater ist echt

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    Theater ist echt
    Theater ist echt

    Aichach-Friedberg „Das Schöne am Theater im Vergleich zum Film“ lautete das Fortbildungsthema für die Amateurschauspieler auf der Laienspieltagung. Der Schauspieler, Sprecher und Moderator Gerd Meyer erläuterte höchst unterhaltsam die Unterschiede zwischen Liveauftritten und der „Konserve“ Film.

    Beim Theater laufe das Stück chronologisch ab. „Ein Film ist dagegen reines Flickwerk“, behauptete Meyer. Je nach Wetterlage oder Ort würden die Szenen in einer beliebigen Reihenfolge gedreht. Das Extrembeispiel sei „Der Herr der Ringe“. Alle drei Teile seien parallel gedreht worden. Das habe mit sich gebracht, dass Teile der hochemotionalen Schlussszene mit Jahren Abstand gedreht worden seien. Beim Theater müsse man sich die Aufmerksamkeit erspielen, beim Film lenke sie die Kamera.

    Der Theaterschauspieler erlebe die direkte Reaktion des Publikums und er könne eine etwas schwache Leistung im ersten Akt im zweiten wieder wettmachen. Dafür müsse er aber immer den ganzen Text parat haben. Ein Filmmime brauche nur ein paar Sätze für einen Tag wissen. „Die meiste Zeit des Lebens wartet der Filmschauspieler vergebens“, sagte Meyer und spielte damit auf die endlosen Umbaupausen bei Dreharbeiten an.

    Der Profischauspieler hatte einige Tipps für seine Amateurkollegen parat. „Sie sollen Ihre Rolle ernst nehmen, nicht sich selbst“, lautete der wichtigste. Wie sie schon als Kind gespielt hätten, seien sie heute Polizisten, Feuerwehrleute und ähnliches, nicht mehr und nicht weniger. Ob man nun Profi sei oder nicht, ob man Gage bekomme oder keine, jeder müsse sich der Verantwortung stellen: „Das Publikum hat ein Recht auf die bestmögliche Vorbereitung.“ Jeder müsse den Text exakt können und es müsse viel geprobt werden.

    Am Ende mindestens fünf Durchläufe, schlug er vor. „Die letzte Probe muss richtig weh tun.“ Amateurbühnen müssten nicht schlechter sein als professionelle Ensembles. Er zog den Vergleich mit dem DFB-Pokal. Da hätten schon öfter Amateurmannschaften den Profis ein Bein gestellt. (glb)

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