Todtenweis Rund 50 Zuhörer kamen in Todtenweis am Mittwochabend zum Vortrag „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“. Zu diesem Wettbewerb hat sich Todtenweis bereits angemeldet. Nun erfuhren die Dorfbewohner, was dieser Wettbewerb bringen soll.
Manuela Riepold, Fachberaterin für Gartenkultur und Landschaftspflege im Landratsamt Aichach, informierte die Bürger. Der staatliche Wettbewerb findet seit fast 50 Jahren statt und gilt als größte Bürgerinitiative für den ländlichen Raum. Im nächsten Jahr findet der Kreisentscheid statt, 2014 der Bezirksentscheid. Der Landesentscheid ist im Jahr 2015, der Entscheid auf Bundesebene 2016.
Nach Riepolds Ansicht ist es nicht so wichtig, als Sieger aus diesem Entscheid hervorzugehen. Nach dem Motto „dabei sein ist alles“ werde vieles bewegt und im Dorf verändert, so die Referentin. Solch ein Wettbewerb könne eine ganz neue Dorfgemeinschaft ergeben. Die Antriebskräfte für den Wettbewerb seien vor allem ein gemeinsames Streben nach Anerkennung. Es solle vor allem ein friedlicher Wettstreit mit anderen Kommunen sein.
Die Zuhörer erfuhren, worauf es bei dem Wettbewerb ankommt. Es sollte ein Entwicklungskonzept für wirtschaftliche Infrastruktur erstellt werden. Weiter sind soziale und kulturelle Aktivitäten wichtig. Es geht um Fragen wie: Gibt es Jugend- und Seniorenprogramme? Ist das dörfliche Vereinsleben intakt? Werden Neubürger integriert und findet Dorftradition oder Brauchtum statt? Auch die bauliche Gestaltung von öffentlichen Gebäuden ist wichtig. Die Nutzung und Auslastung öffentlicher Gebäude wird beurteilt, ebenso der Umgang mit historischen, denkmalgeschützten Bausubstanzen. Außerdem wird auf Gestaltung, Ausstattung und Zustand öffentlicher Plätze geschaut. Begleitendes Straßengrün, die Pflege der öffentlichen Anlagen und der privaten Gärten wird begutachtet. Die Ortsränder sollten mit Grün und Bäumen bepflanzt sein.
Viele dieser Kriterien wird Todtenweis erfüllen können. „Mitmachen bedeutet, sich mit dem Dorf auseinander zu setzen und manches aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten“, so die Fachberaterin. Nun liege es an den Einwohnern, sich der Herausforderung zu stellen.
Wo, was und wie kann daran gearbeitet werden, dass das Dorf Zukunft hat und schöner wird? Das sind die Fragen der nächsten Zeit. Martha Brunnenmeier, bis vor kurzem Kreisbäuerin aus Unterbergen, war lange in dem Bewertungsgremium und berichtete aus dieser Zeit. Wichtig sei das Miteinander. „Das merkt man schon, wenn die Bewertungskommission kommt und es sind viele Menschen da, die einen begrüßen.“ Bei der Besichtigungstour durch den Ort sollten viele eingebunden sein.
So könne eine Kirchenführung stattfinden, die Kindergartenkinder könnten eine Aufführung zeigen und die Vereine mit Aktionen eingebunden sein. Das zeuge von einer intakten Gemeinschaft. Landschaftsarchitekt und -planer Walter Herb aus Thierhaupten (Landkreis Augsburg) zeigte mit Bildern aus mehreren Dörfern, was alles möglich ist. Sein Lösungsansatz: „Man muss das Dorf attraktiv machen.“ Bürgermeister Thomas Riß wird nun als erstes Ausschüsse gründen, die sich mit dem Thema befassen.