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Sensationeller Fund: Vor 15 Millionen Jahren war in Griesbeckerzell der Python daheim

Sensationeller Fund

Vor 15 Millionen Jahren war in Griesbeckerzell der Python daheim

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    Pythons
    Pythons Foto: DPA

    Aichach-Griesbeckerzell Sensationeller Fund im Wittelsbacher Land: Sieben versteinerte Wirbel eines Python wurden in einer Sandgrube bei Griesbeckerzell (Stadt Aichach) entdeckt. Gelebt haben soll die Riesenschlange vor rund 15 Millionen Jahren. Weil das Reptil Wärme liebt, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es damals im Jahresdurchschnitt rund 19 Grad Celsius warm war. Heute sind es etwa 8 Grad.

    Der Fund an sich ist nicht neu: Entdeckt wurden die Wirbel schon vor 15 Jahren von einem privaten Sammler in einer Sandgrube bei Griesbeckerzell. Vor etwa 13 Jahren überließ der Mann seine Sammlung der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie in München. Für diese arbeitete zwölf Jahre lang Professor Dr. Madelaine Böhme, die heute an der Universität Tübingen tätig ist. Die Paläontologin hat den Fund gemeinsam mit Kollegen untersucht. Kürzlich veröffentlichte sie darüber zusammen mit Martin Ivanov von der Universität Brünn in Tschechien einen Artikel dazu in der französischen Fachzeitschrift Geodiversitas.

    Nördlichster Fund dieser Art

    Dass hierzulande warmes, subtropisches Klima geherrscht haben muss, wusste man laut Böhme schon vor dem Schlangenfund. Er sei aber ein weiterer Beleg dafür. Das Interessante sei die Schlange selbst, die erste dieser Art, die nördlich der Alpen entdeckt wurde. Je eine dieser Reptilien wurden laut Böhme in Europa ansonsten nur in Südfrankreich und in Griechenland entdeckt.

    Die Sandgrube selbst ist laut Böhme schon vor vielen Jahren wieder verfüllt worden. Zu finden gebe es aber noch so einiges, so Böhme: „Der Aichacher Raum ist ein Eldorado für Paläontologen.“ Es gebe hier reiche Sedimente (Ablagerungen) und sehr viele Sand- oder Tongruben. „Fast jedes Dorf hat seine eigene Sandgrube. Deshalb gibt es so viele Funde“, sagt Böhme. Das bestätigt Dr. Wolfgang Schmid. Der Geologe aus Dasing beschäftigt sich schon seit seiner Schulzeit mit den Zeugnissen der Vergangenheit im Wittelsbacher Land und hat zu diesem Thema seine Doktorarbeit verfasst. Er selbst habe schon viele versteinerte Blätter, Kleinsäugetiere und Ähnliches gefunden, erzählt er. Entdeckungen, die helfen, die verschiedenen Fundstellen zeitlich einzuordnen.

    In der Sandgrube bei Griesbeckerzell fand Schmid einen Kalkstein, der beim Einschlag des Ries-Meteoriten vor knapp 15 Millionen Jahren bis in unsere Gegend geschleudert wurde. „Ein Zeitmarker“, sagt Schmid. Entdeckungen wie diese ermöglichten es, zeitlich einzuordnen, wann sich der Python bei Zell durch die Landschaft schlängelte.

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