Aichach 14 Schüler des Deutschherren-Gymnasiums (DHG) in Aichach haben zwei abenteuerreiche Wochen an der Partnerschule Schanghai Highschool No. 2 erlebt. Die Zehntklässler lernen an ihrem Gymnasium Chinesisch. Zur Intensivierung pflegt das DHG regen Kontakt zur Partnerschule in Schanghai.
Zwei Lehrer begleiteten die 14 Schüler der 10a nach China. Nach einem elfstündigen Direktflug von München aus landete die Gruppe laut einer Mitteilung des Gymnasiums in Schanghai. Auf der Busfahrt zur Partnerschule verschafften sich die Gäste einen ersten Eindruck von der Stadt und ihren Hochhäusern. Mit Leuchtbuchstaben auf einem riesigen Bildschirm nahe der Schule wurden sie willkommen geheißen.
Es folgte die erste Begegnung mit den chinesischen Gastfamilien. Diese holten die Gäste am Schulgelände ab. Am nächsten Morgen kamen alle deutschen Schüler mit ihren chinesischen Austauschpartnern in die Schule, oft mit schuleigenen Bussen. Ein kurioses Bild: der ganze Bus voller chinesischer Schüler – allesamt in Schuluniform – und unter ihnen einer der Gäste in Jeans.
Die Vormittage verbrachten die Gäste meist in der Schule: Sie schauten den chinesischen Schülern beim Morgensport zu und nahmen am Unterricht teil. Manchmal machten auch alle gemeinsam Sport, so zum Beispiel bei einem Basketballspiel China versus Deutschland.
Praktische Einführung in die chinesische Kultur
Die Gäste lernten viel über die chinesische Kultur: So wurden sie in die Kalligrafie, in die Technik des Papierfaltens (Origami) oder in die chinesische Musik eingeführt. Nach dem Mittagessen in der Schulkantine erkundeten sie die Stadt. So besuchten sie unter anderem einen Markt, dessen kulinarisches Angebot für die Europäer doch etwas gewöhnungsbedürftig war.
Die Aichacher Gymnasiasten und ihre Lehrer besuchten Museen, buddhistische Tempel wie die Long-Hua-Pagode, die Altstadt um den Yu-Garden mit typischen chinesischen Häusern und fuhren mit der Magnetschwebebahn. Ein Höhepunkt war die Fahrt auf den Oriental-Pearl-Tower. Vom Drehrestaurant aus konnten die Gäste über ganz Schanghai blicken.
Die Familien kümmerten sich rührend um ihre Gäste. Sie servierten ein aufwendiges Abendessen oder fuhren mit ihnen in die Innenstadt zum Bummeln über die beleuchtete Nanjing-Road oder in ein Restaurant. Die Partnerschule organisierte auch einen Tagesausflug nach Wu Zhen, ein von Kanälen durchzogenes Dorf, das erst in den vergangenen 15 Jahren touristisch erschlossen worden war.
Mit der Oberstufe der Partnerschule fuhren die Aichacher Gymnasiasten und ihre Lehrer für zwei Tage nach Nanjing (auf Deutsch: südliche Stadt).
Nanjing war früher einmal die Hauptstadt von China gewesen. Die Gruppe besichtigte dort unter anderem Ming-Gräber, historische Tempel, chinesische Gartenanlagen und das Mausoleum von Sun Yat-sen, einem Gründer des modernen Chinas.
Am Tag darauf hieß es Abschied nehmen von der Gastfamilie. In einem Expresszug mit einer Spitzengeschwindigkeit von 307 Stundenkilometern fuhr die deutsche Reisegruppe 1100 Kilometer nach Beijing (auf Deutsch: nördliche Stadt), wo sie die letzten vier Tage verbrachte.
Mit einem Reiseführer besichtigte sie die Chinesische Mauer, die Verbotene Stadt, den Himmelstempel und das Olympiastadion. Mitte Juli werden die Austauschpartner zum Gegenbesuch erwartet. (AN)