Was unmittelbar nach dem Schlusspfiff eines Fußballspiels zu hören ist, das sollte nicht unbedingt auf der Goldwaage landen. Zumal dann, wenn man kurz zuvor auf die Verliererstraße einbiegen musste. Bei Josef Kigle entlud sich der erste Frust nach dem 1:2 des TSV Aindling in Unterhaching im Disput mit Ex-Präsident Anton Riegl. „So steigst ab“, sagte Kigle, der Vorstand Spielbetrieb.
Hat er damit übertrieben, hat er sich als Schwarzmaler betätigt? Ein Blick auf die Tabelle der Fußball-Bayernliga verdeutlicht den Ernst der Lage. Gegenüber dem Relegationsplatz weisen die Aindlinger nur einen Punkt mehr auf und im Vergleich zum dritten Abstiegsrang beträgt das Plus vier Zähler. Man darf die Medaille auch umdrehen. Am Samstag erwarten die Aindlinger um 15 Uhr Rosenheim, eine Woche später gastieren sie in Heimstetten. Diese beiden Gegner liegen aktuell genau hinter ihnen. Im Idealfall wird Aindling nach den direkten Vergleichen mit diesen Konkurrenten 29 Punkte aufweisen. Doch die Rechnung wird nur dann aufgehen, wenn Christian Doll und Co. den Weg des Balls ins Tor finden. Am Sonntag waren Defizite in dieser Richtung nicht zu übersehen.
Darum zeigte sich Josef Kigle auch so sorgenvoll: „Wenn man nur 30 Minuten Fußball spielt, gewinnt man in der Bayernliga nicht.“ Einen 4:1- oder 5:2-Sieg hätte sein Team einfahren können: „Eine ganz schwierige Situation, du hättest hier einen Dreier machen können. Jetzt kommen die Heimspiele, die man gewinnen muss. Die zweite Halbzeit finde ich ganz schwach.“
Paula ringt mit den Worten
Manfred Paula rang schwer mit den Worten, als es galt, den Start ins Fußballjahr 2011 zu kommentieren. Der Gästetrainer hatte im zweiten Durchgang mit Dominik Koch, Michael Dietl und Simon Knauer drei neue Offensivkräfte gebracht. Er wollte nicht einen, sondern alle drei Punkte mitnehmen aus der Grünau. Hätte es mehr gebracht, die Abwehr zu stärken? Eine hypothetische Frage. Als Coach sollte man seinem Team eher Optimismus vorleben als Skepsis. Das tat Paula.
Die Aindlinger Elf war keinesfalls schlecht bestückt. Das sah man allein schon an der Auswechselbank, wo gleich sieben Kicker Platz genommen hatten. Tobias Hellmann, Phillip Eweka, Selcuk Akdemirci und Christian Weiser blieb nur die Rolle der Zuschauer. Das war nicht zuletzt auf die personellen Veränderungen im Winter zurückzuführen.
Die restlichen Heimspiele in dieser Runde wird der TSV Aindling vorwiegend am Samstag austragen. „Wir wollten mal was Neues ausprobieren“, sagt Josef Kigle dazu. Außerdem möchte man auf diese Weise Rücksicht nehmen auf das Team zwei.