Als Meister in der Landesliga Süd haben die Aichacher mit einem starken Endspurt die Ligakonkurrenz hinter sich gelassen und dieser gezeigt, dass mit ihr zu rechnen ist. An diese guten Leistungen wollten die Aichacher eigentlich in Rehau anknüpfen, mussten dann allerdings erkennen, dass die Oberfranken ein äußerst unangenehmer Gegner sind. Um das Duell mit dem Meister der Landesliga Nord noch für sich zu entscheiden, wäre nötig, dass die Aichacher ihre Nerven besser im Griff haben. Die standen ihnen beim ersten Aufeinandertreffen mal wieder im Weg. Schon in den Aufstiegskämpfen im Vorjahr war dies ein Aichacher Problem gewesen.
Ringer-Abteilungsleiter Robert Held hat sich insgeheim in Rehau mehr erwartet. Gerade die ganz Jungen seien mit der Kulisse von 300 Zuschauern eher mäßig zurechtgekommen. "Das ist immer eine Nervensache", sagt Held. Für die einen sei der Aufstiegskampf Ansporn, um noch besser zu ringen, bei anderen bewirke er das Gegenteil. "Sie sind gehemmt und gebremst", erklärt Held.
Eine Schande war die Niederlage bei den starken Rehauern freilich nicht. "Wir haben gewusst, dass es schwer wird", sagt Held. Souverän setzten sich die Oberfranken in der Landesliga Nord durch, verloren nur einmal ersatzgeschwächt gegen den Tabellenzweiten TV Unterdürrbach. Die Stärke des Gegners liegt vorwiegend an ehemaligen Sportlern aus der Ringerhochburg des ASV Hof. Rehau befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft und profitiert von dieser örtlichen Nähe.
Ausgangslage ist nicht neu
Die Ausgangslage ist für die Aichacher nicht neu: In der Liga haben sie einen ähnlich hohen Rückstand im letzten Saisonkampf gegen den TSC Mering schon mal aufgeholt und sicherten sich die Meisterschaft. Sieben Punkte waren es damals, acht sind es jetzt. Abteilungsleiter Held kann Parallelen erkennen. "Ganz ausgeschlossen ist es nicht", sagt er und denkt an eine ähnliche Aufholjagd wie gegen Mering.
Seinen Optimismus schöpft er in erster Linie aus der Aichacher Aufstellung, die für den heutigen Samstag zu erwarten ist. Die sei eine ganz andere, meint er im positiven Sinn. Daniel Meier sei nach seiner Fingerverletzung wieder fit und ein anderer Akteur sei beim Hinkampf verhindert gewesen. Wer genau für den TSV auf die Matte geht, will er freilich nicht verraten. Beim Ringen gehört es zum guten Ton, aus der Aufstellung ein Geheimnis zu machen und dem Gegner keine Informationen zur Verfügung zu stellen.
Prinzipiell könnten sich die Teams aus Aichach und Rehau diesmal ihre Geheimniskrämerei sparen, Gewinner sind die beiden schon jetzt. Sowohl die einen als auch die anderen sind theoretisch bereits in die Bayernliga aufgestiegen. Drei Plätze sind derzeit in dieser Liga frei. Nur wenn ein Bundesligist zurückzieht und sich dies auf andere Ligen auswirkt, könnte sich daran noch etwas ändern.
Abteilungsleiter Held richtet sich schon mal auf eine kleine Aufstiegsfeier ein - auch wenn die ganz große Party dann bei der Jahresabschlussfeier am 30. Dezember folgen soll.