Gersthofer Volkstrachtenverein gestaltet abwechslungsreichen Heimatabend
Von Claudia Köhler
Dirndl, Lodenjacken und Gamsbärte soweit das Auge reicht: An diesem Abend war wohl kein Ort in der Republik so bayrisch wie die Stadthalle Gersthofen. Gut 250 Deandl und Buam waren zum Heimatabend des Heimat- und Volkstrachtenvereins Gersthofen gekommen, natürlich stilecht in Tracht und Lederhos’n.
Die verschiedenen Gruppen des Vereins boten ein vielseitiges, kurzweiliges Programm. Der Abend begann mit einem großen Einmarsch aller Tanzpaare. Musikalisch begleitete sie die Schwäbische Trachtenkapelle Hirblingen. Sie übernahm die musikalische Gestaltung des Abends nun schon zum 25. Mal. Reinhold Dempf führte wieder als Moderator durch den Abend.
Dann ging es auch schon los mit den Tänzen: Lauterbacher, Salachtaler, Krebspolka und viele mehr. Abwechselnd oder gemeinsam demonstrierten die aktiven Mitglieder und die Jugendabteilung ihr Können in Schuhplattler und traditionellem Figurentanz. Dazu spielten die Hirblinger Trachtenkapelle oder „Vereinsmusiker“ Richard Förg auf dem Akkordeon. Zwischen den Tänzen gab es die verschiedensten Darbietungen.
Der Höhepunkt waren definitiv die „Goaßlschnalzer“. Zweimal stellten sie sich nicht etwa auf die Bühne, sondern auf die Tische im Zuschauerraum und ließen ihre Peitschen über die Köpfe der Gäste knallen. Zusammen mit der Musikbegleitung ergab das eine beeindruckende Geräuschkulisse. Viele Zuschauer hielten den Atem an, als zu vorgerückter Stunde noch eine Demonstration mit einer Riesengeißel folgte. Einen kleinen Auftritt hatte auch der Gersthofer Bürgermeister Jürgen Schantin. Er wurde von Reinhold Dempf auf die Bühne geholt, um Michelle Wedler auf der Tuba zu begleiten. Der erfahrene Musiker Schantin hat sich nicht blamiert, aber die Aufmerksamkeit galt eindeutig der jungen Sängerin, die ihr Lied „Am liabsten ziag i mei Diandl o“ stimmgewaltig vortrug.
Zum Repertoire des Heimat- und Volkstrachtenvereins gehört auch das Theaterspiel. Im Kurzstück „Der rettende Kuachatoig“ wurde gekonnt und in schönster Mundart eine kleine, witzige Geschichte über ein uneiniges Bauernpaar und einen gewieften Hausierer erzählt.
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