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Oster-Brauch: Das fast vergessene Puzzle von Achsheim

Oster-Brauch

Das fast vergessene Puzzle von Achsheim

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    Sie haben sich um den Aufbau gekümmert: (von links) Richard und Benedikt Merz sowie Hermann Endres.
    Sie haben sich um den Aufbau gekümmert: (von links) Richard und Benedikt Merz sowie Hermann Endres.

    von Lena Bauer

    60 Jahre war das Achsheimer Heilige Grab nicht mehr aufgestellt worden. Im alten – und feuchten – Schulhaus war es gelegen und später staubte es auf dem Dachboden der Kirche ein. Jetzt, zu seinem 125. Geburtstag, ist es in der Kirche St. Peter und Paul erstmals wieder aufgebaut. Die Idee zu dieser Auferstehung im doppelten Sinne hatte Kirchenpfleger Richard Merz. „Vor einigen Jahren wurde in Täfertingen ein solches Grab gefunden und ins Museum gebracht.“ Da habe er sich an das Achsheimer Grab erinnert und sich gesagt: „Das gehört nicht ins Museum.“

    Einfach war das Zusammensetzen des aufwendig gestalteten und aus vielen verschiedenen Holzelementen bestehenden Schmuckstücks indes nicht. In der Gemeinde habe es niemand mehr gegeben, der in den 50er Jahren selbst noch beim Aufbau beteiligt gewesen sei, sagt Merz. Und eine Anleitung habe er zwar im Archiv gefunden, doch die sei wenig hilfreich gewesen.

    Gemeinsam mit seinem Sohn Benedikt, seinem Schwager Hermann Dösinger und Hermann Endres habe er sich dann in vielen Stunden diesem „Puzzle“ gewidmet. Von dem Ergebnis ist er gleichermaßen begeistert wie erstaunt. Ein paar Stücke fehlten und mussten ersetzt werden, doch die allermeisten Teile seien noch zu gebrauchen gewesen – trotz der unsachgemäßen Lagerung.

    1887 hat die Pfarrgemeinde das Prunkstück bei der Kraft’schen Kunstanstalt in Freising gekauft – das geht aus dem Archiv hervor. Der Preis ist dort nicht vermerkt, doch Merz vermutet, dass es für die Gemeinde schon eine große Anschaffung gewesen ist. „Das ist die Luxusausführung des Heiligen Grabes“, sagt Merz: Zum einen ist es sehr groß – es füllt fast den ganzen Altarraum der kleinen Kirche – zum anderen liegt ein Korpus im Grab und ist nicht nur aufgemalt, wie bei anderen Versionen. Mit einer Kurbel wird dieser Korpus in der Osternacht dann abgelassen und der Auferstandene erscheint über dem Grab, erklärt Merz den Mechanismus. Ein bisschen nervös ist er, dass am Sonntag auch alles klappt. Doch er habe den Mechanismus schon mit Schmierseife bearbeitet, damit er nicht klemmt. Die wiederbelebte Attraktion hat sich im Ort längst rumgesprochen. „Viele ältere Gemeindemitglieder kennen es noch aus ihrer Kindheit und freuen sich darauf, die Jüngeren sind einfach neugierig.“

    „Wie ein Kind“, fühle auch er sich jetzt, da das Werk fertig ist, gesteht Merz und lacht vergnügt. Und damit die viele Arbeit sich auch gelohnt hat, soll das Heilige Grab künftig wieder zu jedem Osterfest in der Kirche St. Peter und Paul in Achsheim aufgebaut werden.

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