Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg Land
Icon Pfeil nach unten
Gersthofen
Icon Pfeil nach unten

Stadtmitte: Deffner gegen Schantin – die nächste Runde

Stadtmitte

Deffner gegen Schantin – die nächste Runde

  • |
  • |
  • |
    Siegfried Deffner
    Siegfried Deffner

    An der Oberfläche geht alles seinen geordneten Gang. Doch darunter brodelt es mächtig. „Stadtmitte“, „Forum“, „Strasser-Villa“ lauten die Schlagworte. Oder: Alt-Bürgermeister Siegfried Deffner gegen seinen Nachfolger Jürgen Schantin. Dieser versucht nun mit einer breiten Bürgerbeteiligung die Pläne für dem Umbau der Innenstadt voranzubringen. Unterdessen droht Deffner, mit einem neuerlichen Bürgerbegehren Schantin erneut einen Strich durch die Rechnung zu machen.

    Bürgerwerkstatt im November

    Zur Sache: Im Zuge der Planungen für ein neues Stadtzentrum veranstaltet die Stadt Gersthofen eine Bürgerwerkstatt. Am Montag, 7.November, um 19 Uhr sind die Gersthofer aufgefordert, im großen Sitzungssaal des Rathauses ihre Vorstellungen zu äußern, wie das Gebiet von der Augsburger/Donauwörther Straße bis hin zur Brahmsstraße und beiderseits der Bahnhofstraße aussehen soll. Dabei werden die derzeitigen Pläne für das Areal vorgestellt.

    Auslöser für sie war zunächst ein Einzelhandelsgutachten, das einen Bedarf an hochwertigen Geschäften für das Stadtzentrum im Umfeld des City-Centers feststellte. Daraufhin meldete sich Bauwerber Peter Pletschacher aus Dasing mit Plänen für das „Neue Forum Gersthofen“, ein Einzelhandelszentrum mit rund 6000 Quadratmetern Verkaufsfläche nördlich der Bahnhofstraße. Derzeit gähnt dort ein großes Loch. Im Zuge der Beratungen über dieses Projekt entstand im Stadtrat die Idee, das gesamte Zentrum zu überplanen. Eine Variante sah den Abriss der Strasser-Villa vor, in der das städtische Kulturamt untergebracht ist. Daraufhin initiierten Gersthofer unter Deffners Führung zwei Bürgerbegehren, für die schnell über 2600 Unterschriften zusammenkamen. Der Stadtrat kam schließlich den Forderungen der Initiative „Werte erhalten, Neues gestalten“ nach und vermied so einen Bürgerentscheid. Weil die Emotionen im Umfeld des Bürgerbegehrens hochkochten, verzichtete die Stadt zunächst auf die bereits für diesen Sommer geplante Bürgerwerkstatt. Bei dieser und dem derzeit laufenden Planungswettbewerb soll nun eine Variante zugrunde liegen, welche die Integration der Strasser-Villa in das Gebäude des Neuen Forums vorsieht.

    Schantin gibt sich ungerührt

    Genau an diesem Punkt hakt Deffner in einem Brief an Schantin ein, der unserer Zeitung vorliegt. Darin heißt es: „Aus mehreren Äußerungen unserer Initiative ist Ihnen auch bekannt, dass die Strasser-Villa solitär stehen bleiben muss, also nicht in das Forum baulich integriert werden darf.“ So sei auch das Bürgerbegehren zu verstehen. Und weiter: „Gegebenenfalls müsste jedoch daran gedacht werden, zu dieser Frage ein neues Bürgerbegehren in Gang zu setzen beziehungsweise dies gerichtlich klären zu lassen.“

    In seinem Antwortschreiben gibt sich Schantin ungerührt. Es bleibe der Bürgerinitiative unbenommen, ein weiteres Begehren zu starten. Im alten stehe jedenfalls kein Wort davon, dass die Villa solitär erhalten werden muss. Die Initiative könne sich auch an der Planungswerkstatt Anfang November beteiligen und dort ihre Ideen einbringen.

    Verbesserungen für das Umfeld des City-Centers

    Schantin lässt in seinem Brief, der unserer Redaktion ebenfalls vorliegt, keinen Zweifel daran, dass er die zu Deffners Amtszeit geschaffene Stadtmitte umbauen und „abschließend gestalten“ will. Dabei gehe es nicht nur um das Neue Forum, sondern auch um Verbesserungen für das Umfeld des City-Centers und die „unbefriedigende Verkehrssituation“. Seinem Vorgänger und früheren Mentor hält Schantin vor, er stelle sich als „Bremser und Verhinderer einer zukunftsorientieren Stadtmitte“ dar.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden