Langweid/Gersthofen. "Ich hätte nicht mit dem Bundessieg gerechnet - aber als es dann so weit war, war ich nicht wirklich überrascht." Martin Thoma, der im Sommer sein Abitur mit einem Notenschnitt von 1,9 am Paul-Klee-Gymnasium in Gersthofen machte und in Langweid lebt, wurde in Freiburg zum Bundessieger in Informatik gekürt. Thomas Hauptfächer beim Abitur waren Mathematik und Physik.
In dieser Endrunde mussten sich die Finalisten einer Jury aus 16 Informatikern von Schulen, Hochschulen und aus der Wirtschaft stellen. An den zwei Tagen musste Martin Thoma mit seinen Kandidatenkollegen in Teamarbeit kreative Lösungen zu Fragestellungen aus dem Bereich der Algorithmik und der Spieltheorie entwickeln.
Der 19-Jährige: "Ich hatte irgendwann gehört, dass es diesen Wettbewerb gibt. Die Aufgaben sahen interessant aus." Deswegen machte er mit. Heuer, beim dritten Mal, schaffte er den großen Erfolg. Thoma stellte sich einer großen Konkurrenz: In der ersten Runde nahmen 1039 Schüler aus ganz Europa teil. 119 schafften den zweiten Durchgang, die Endrunde bestritten 28 Schüler am Institut für Informatik der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg.
"Für die ersten beiden Runden hatte ich jeweils rund zwei Monate Zeit, um die Aufgaben zu lösen." Für die dritte Runde mussten zwei Wochen reichen. Drei Bücher mit 2000 Seiten schaffte er sich dafür an. "Die haben mir aber für den Wettbewerb nicht wirklich was gebracht - dafür aber fürs Studium."
Ein Semester Informatik hat Martin Thoma schon während seines letzten Jahrs auf dem Gymnasium in Form eines Frühstudiums absolviert. "Daran knüpfe ich nach dem Zivildienst an." Doch das genügt dem 19-jährigen Rechentalent nicht. Zurzeit baut er seine eigene Firma auf. Er entwickelt Online-Terminplaner für Schulen.
"Die Finalisten des Bundeswettbewerbs gehören zum Spitzennachwuchs der deutschen Informatik", sagte Prof. Nicole Schweikardt, Beiratsvorsitzende des Bundeswettbewerbs, bei der Siegerkür. "Ich bin überzeugt, heute einige Talente gesehen zu haben, die in naher Zukunft unsere sich schnell wandelnde Disziplin mit prägen werden", schloss sich Dr. Bernd Becker dem Lob an. Er ist Dekan der Technischen Fakultät an der Freiburger Universität und Inhaber der Professur für Rechnerarchitektur am dortigen Institut für Informatik.
Als Preis erhielt Martin Thoma 730 Euro. Viel wichtiger ist ihm aber eines: "Als Bundessieger werde ich in die Förderung der Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen."